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Einbrüche, Brandstiftung, Körperverletzung : Gefährliche und sichere Städte in SH: Die Kriminalstatistik für Kiel und Plön

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Am Dienstag hat die Polizei ihre Kriminalstatistik für Kiel und den Kreis Plön veröffentlicht. Während die Zahl der Delikte in Kiel gestiegen ist, ist sie in Plön gesunken.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2016 | 18:36 Uhr

Kiel | Am Dienstag hat die Polizei ihre Kriminalstatistik für Kiel und den Kreis Plön veröffentlicht. Während die Zahl der Straftaten in Kiel gestiegen ist, ist sie in Plön gesunken. Demnach gab es in der Landeshauptstadt mit 26.078 Fällen ein Plus von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum zweiten Mal in Folge kletterte der Wert.

Die gefühlte Sicherheit nimmt bei vielen Menschen ab - manche rüsten sich mit Pfefferspray und Co auf oder gründen Bürgerwehren. Die Kriminalstatistiken für Kiel und Plön können ein objektiveres Bild liefern.

Im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Straftaten in Kiel allerdings insgesamt um 18,75 Prozent reduziert. Dass Kiel als größtes Zentrum des Bundeslandes die höchste Zahl an Verbrechen aufweist ist dabei nicht ungewöhnlich. Größere Städte haben normalerweise eine höhere Kriminalitätsrate als ländliche Gebiete.

Doch: Die Landeshauptstadt verzeichnet im Vergleich mit den anderen kreisfreien Städten in Schleswig-Holstein mit einem Wert von 10.725 sogar die zweitniedrigste Zahl an Straftaten pro 100.000 Einwohner.

Im Bereich der Aufklärungsquote liegt die Polizei in Kiel hingegen unter dem Landesdurchschnitt, es wurden im vergangenen Jahr 46,9 Prozent der Straftaten aufgeklärt. Der landesweite Durchschnitt liegt bei 52,1 Prozent.

 

Die Fallzahlen bei den Rohheitsdelikten sind weiter rückläufig und stellen den niedrigsten Stand seit zehn Jahren dar. Die Anzahl der Raubdelikte hat sich gegenüber dem Vorjahr um 16,2 Prozent deutlich reduziert. „Hier leistet die Polizei einen wichtigen Beitrag durch die erfolgreiche Kooperation mit den kommunalen Partnern und der Staatsanwaltschaft Kiel in der gemeinsamen Schwerpunktsetzung beider Intensivtätersachbearbeitung und der Bekämpfung der Jugenddelinquenz“, betont Kriminaldirektor Thomas Bauchrowitz.

Die Wohnungseinbruchskriminalität hat die Polizeidirektion - wie die gesamte Landespolizei - auch 2015 im besonderen Maße beschäftigt. Die Zahl der Delikte ist um 147 Taten auf 926 angestiegen, das ist die höchste Zahl seit 2006. „Diese Steigerung der Taten ist allerdings kein typisches Problem der Polizeidirektion Kiel, sondern lässt sich sowohl landes-, als auch bundesweit beobachten“, so Bauchrowitz.

Meldungen über den Polizeiruf 110 haben in mehreren Fällen dazu geführt, dass Tatverdächtige auf frischer Tat vorläufig festgenommen werden konnten. Inzwischen sind durch die Staatsanwaltschaft Kiel mehrere komplexe Ermittlungsverfahren bei Gericht angeklagt.

Besondere Anstrengungen unternimmt die Polizeidirektion Kiel auch zur Bekämpfung der Brandstiftungen in Kiel. Zur intensiven Bearbeitung wurde eine eigene Organisationseinheit bei der Kriminalpolizei geschaffen, der unter anderem ein Brandmittel-Spürhund angehört. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Anstieg von 61 auf 123 Taten. „Hierzu gehört allerdings eine mittlerweile aufgeklärte Serie von rund 50 PKW-Bränden in Mettenhof und Dietrichsdorf. Drei Personen wurden ermittelt und in der Zwischenzeit zu langjährigen Haftstrafen verurteilt“, erläutert Thomas Bauchrowitz den Anstieg der Zahlen.

Die bekannt gewordenen Diebstähle von Fahrrädern haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent gesteigert. Es wurden 3.128 Diebstähle mit einer Schadenssumme von knapp 1,3 Millionen Euro gemeldet.

Zahlen & Daten

Aufklärungsquote: Bezogen auf alle Deliktsbereiche ist die Aufklärungsquote bei 26.078 bekannt gewordenen Straftaten auf 46,9 Prozent leicht angestiegen. Zwischen den einzelnen Bereichen gibt es allerdings deutliche Unterschiede in Bezug auf die jeweiligen Aufklärungsquoten. Sehr hohe Aufklärungsquoten gab es 2015 bei Straftaten gegen das Leben (100 Prozent) oder Körperverletzungen (85 Prozent). Demgegenüber stehen niedrige Aufklärungsquoten von 4,5 Prozent bei Fahrraddiebstählen oder 6,8 Prozent bei Wohnungseinbruchdiebstahl.

Ermittelte Tatverdächtige: 8.798 Tatverdächtige ermittelte die Polizei. Das ist ein deutlicher Zuwachs um 740 Personen. Etwa 35 Prozent von ihnen waren bereits polizeilich bekannt. 69,8 Prozent aller Tatverdächtigen wohnen in Kiel, knapp 80 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen sind männlich. Deutlich überrepräsentiert sind die Jugendlichen und Heranwachsenden, die zusammengefasst 18,5 Prozent aller Tatverdächtigen stellen, jedoch nur 6,6 Prozent der Kieler Bevölkerung ausmachen.

 

Diebstahlsdelikte: Den größten Anteil aller in Kiel begangenen Straftaten machen auch wie in den Jahren zuvor mit knapp 52 Prozent die Diebstahlsdelikte aus. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2015 um 147 Taten gegenüber dem Vorjahr angestiegen, insgesamt gab es 926 Taten inklusive Versuche. Die Zahl der angezeigten Fahrraddiebstähle hat sich von 2.235 auf 3.128 in 2015 erhöht. Die Gesamtschadenssumme liegt hier bei knapp 1,3 Millionen Euro.

Rohheitsdelikte: Einen Rückgang um 3,29 Prozent verzeichnete die Kieler Polizei im Bereich der Rohheitsdelikte. Insgesamt haben Rohheitsdelikte einen Anteil an der Gesamtkriminalität von 12,60 Prozent. Die Zahl der angezeigten Raubtaten (254) sank im Vergleich zu 2014 um 16 Prozent. Die Zahl der Körperverletzungen ist von 2.529 Fällen in 2014 auf 2.439 Fälle erneut gesunken.

Vermögens- und Fälschungsdelikte: Die Vermögens- und Fälschungsdelikte machen 12,77 Prozent aller in Kiel bekannt gewordenen Straftaten aus. Im Vergleich zum Vorjahr sind die angezeigten Taten leicht gestiegen (+ 3,7 Prozent). Im Jahr 2015 gab es 866 Fälle von Waren- bzw. Warenkreditbetrug, was 29,2 Prozent weniger als im Vorjahr bedeutet. Der Anteil der Taten unter Einsatz des Internets steigt stetig. Die Ermittlungen diesbezüglich gestalten sich oft schwierig, da Tatverdächtige oft aus dem Ausland agieren.

Rauschgiftkriminalität: 2015 stellte die Polizei insgesamt 930 Fälle von Rauschgiftkriminalität fest, was einen Zuwachs um 56 Fälle bedeutet. Die meisten Fälle standen im Zusammenhang mit Cannabis-Produkten. 14 Drogentote gab es 2015 in der Landeshauptstadt, im Vorjahr waren es sieben.

Brandstiftung: Die Zahl der Brandstiftungen ist 2015 von 61 auf 123 Fälle deutlich angestiegen. Rund 50 dieser Brände zählen zu einer Serie von PKW-Bränden, die mittlerweile aufgeklärt ist. Drei Tatbeteiligte wurden bereits zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Einsatzzahlen: Die Regionalleitstelle hat 2015 etwa 68.000 Einsätze in der Landeshauptstadt koordiniert. Darin enthalten sind direktionsweit über 300 geschlossene Einsätze (Fußball, Demonstrationen, G7, Flüchtlingsbezug usw.), bei denen für die Polizisten - außerhalb des täglichen Reaktionsdienstes - nahezu 73.000 Einsatzstunden anfielen.

Kreis Plön

Der Kreis Plön weist die niedrigste Kriminalitätsrate in ganz Schleswig-Holstein auf und hält lediglich einen Anteil von 2,89 Prozent an der Gesamtkriminalität im Land. Im Zehn-Jahres-Vergleich haben sich die angezeigten Straftaten im Kreis Plön um 22,05 Prozent reduziert.

Die Anzahl der bekannt gewordenen Straftaten im Kreis Plön hat sich im Jahr 2015 erneut reduziert. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Wert um 7,9 Prozent deutlich verringert und befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Insgesamt wurden 5.850 Straftaten bekannt. Die Aufklärungsquote liegt mit 47,6% etwas unter dem Wert des Vorjahres (48,2%). Im überwiegend ländlich strukturierten Kreis ist die Anzahl der bekannt gewordenen Straftaten in den letzten Jahren stets gesunken.

„Erfreulich ist der weitere Rückgang der Rohheitsdelikte im Kreis Plön um 14,16%“, sagt Bauchrowitz. Die Anzahl der Raubtaten hat sich von 22 auf 18 Fälle reduziert. Auch im Bereich der Körperverletzungen ist ein Rückgang von 706 auf 623 Taten zu verzeichnen. Insgesamt betrachtet bedeuten diese Zahlen die niedrigsten der vergangenen zehn Jahre.

„Der Bereich der Wohnungseinbruchskriminalität ist ein definierter Schwerpunkt polizeilicher Aktivitäten“, gibt der leitende Kriminaldirektor an. Dennoch hat es hier einen leichten Anstieg von 298 auf 307 Taten gegeben. „Dieser Anstieg ist sowohl landes- als auch bundesweit zu beobachten - im Kreis Plön allerdings, gemessen an der polizeilichen Kriminalstatistik, deutlich geringer als im Landestrend“. Besonders betroffen war das direkte Kieler Umland. „Diese Entwicklung ist nach der Festnahme einer Tätergruppierung aus dem Kreis Plön aktuell deutlich rückläufig“, sagt Bauchrowitz.

Zahlen und Daten Plön

Aufklärungsquote: Von den 5.850 bekannt gewordenen Straftaten konnten im vergangenen Jahr 47,6 Prozent aufgeklärt werden. Im Vorjahr waren es 48,2 Prozent.

 

Ermittelte Tatverdächtige: Insgesamt konnten im vergangenen Jahr 2.238 überwiegend männliche Tatverdächtige (76 Prozent) durch die Polizisten im Kreis Plön ermittelt werden. Knapp ein Drittel von ihnen war bereits zuvor durch Straftaten aufgefallen. Jugendliche und Heranwachsende, die zusammengefasst 7,75 Prozent der Bevölkerung im Kreis Plön ausmachen, sind für 23,57 Prozent Straftaten verantwortlich.

 

Diebstahlsdelikte: Diebstahlsdelikte haben mit 42,39 Prozent erneut den größten Anteil an den bekannt gewordenen Straftaten im Kreis. Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat sich um neun Fälle auf 307 erhöht.

Vermögens- und Fälschungsdelikte: Mit 995 bekannt gewordenen Fällen nehmen die Vermögens- und Fälschungsdelikte 17,01 Prozent an der Gesamtkriminalität im Kreis Plön ein. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Taten aus diesem Deliktsbereich um 31 Taten (3,2%) erhöht. Der Anteil der Taten unter Einsatz des Internets steigt stetig. Die Ermittlungen diesbezüglich gestalten sich oft schwierig, da Tatverdächtige oft aus dem Ausland agieren.

Rohheitsdelikte: Eine Reduzierung von 14,2 Prozent wurde im Bereich der Rohheitsdelikte erreicht. Damit ist der niedrigste Wert der letzten sieben Jahre erreicht. Die Anzahl der Raubtaten sank von 22 auf 18 Taten, auch dies ist der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. Die Anzahl der bekannt gewordenen Körperverletzungen ist von 706 auf 632 stark gesunken.

 

Rauschgiftkriminalität: Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten mit Bezug zum Betäubungsmittelgesetz sowie direkter Beschaffungskriminalität hat sich 2015 auf 240 Taten erhöht, 74 mehr als im Vorjahr. 112 der Anzeigen stehen in Zusammenhang mit Cannabisprodukten. Wie in den Vorjahren gab es keinen Drogentoten im Kreis Plön.

 

Sachbeschädigung: 2015 gab es 826 Anzeigen wegen Sachbeschädigung, was einer Reduzierung gegenüber 2014 um 39 Fälle entspricht.

Einsatzzahlen: Der erneute Rückgang der angezeigten Straftaten bedeutet allerdings keine Arbeitsreduzierung der Polizeibeamten im Kreis Plön. Die Regionalleitstelle hat 2015 etwa 18.000 Einsätze im Kreisgebiet koordiniert. Hinzu kamen über 300 geschlossene Einsätze (Fußball, Demonstrationen, G7, Flüchtlinge usw.) im gesamten Direktionsbereich, bei denen für die Polizisten aus Kiel und dem Kreis Plön - außerhalb des täglichen Reaktionsdienstes - nahezu 73.000 Einsatzstunden anfielen.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 für Kiel und Plön wird in Kürze als Gesamtdokument auf den Internetseiten der Landespolizei Schleswig-Holstein veröffentlicht.

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