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Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule : Gasalarm in Kiel: 29 Schüler verletzt

vom

800 Menschen mussten die Schule verlassen, mehrere Personen hatten Atembeschwerden. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 14:31 Uhr

Kiel | Ein mutmaßlicher Schulstreich hat am Mittwochmittag in Kiel zu einem Großeinsatz von Feuerwehr, Notärzten und Polizei gesorgt. Nach Ermittlungen der Polizei hat eine Schülerin der Toni-Jensen-Schule im Stadtteil Dietrichsdorf (Ostufer) Reizgas in den Räumen versprüht – ohne sich über die ernsten Konsequenzen im Klaren zu sein. Bilanz der Aktion: 29 Schüler und zwei Lehrer wurden nach Feuerwehrangaben verletzt, klagten über Atemwegsbeschwerden, Reizhusten und tränende Augen. Etliche Kinder gerieten einer Lehrerin zufolge in Panik. Etwa 20 Klassenräume waren betroffen, das Gebäude der Gemeinschaftsschule, die rund 800 Schüler besuchen, musste abgesperrt und evakuiert werden.

Der Reihe nach: Gegen 9.30 Uhr klagten zwei Lehrer über Atemnot, als sie den Neubau-Trakt betraten. Als auch Kinder Symptome zeigten, verständigte die Polizei um kurz vor zwölf die Feuerwehr – Gasalarm. „Wir waren erst mit der kleinsten Besetzung vor Ort, doch bei der ersten Erkundung war schnell klar – die Gefahrensituation war unübersichtlich“, sagte Feuerwehreinsatzleiter Martin Liebig. Neben mehreren Einsatzfahrzeugen und Rettungs- sowie Notarztwagen wurde auch der Gefahrgutzug angefordert. Rund 80 Kräfte überprüften die Räume auf toxische Gase und lüfteten sie, während die Notärzte die betroffenen Kinder untersuchten – unter ihnen vor allem Sechstklässler. Die Kinder kamen in einem Klassenraum unter, bis ihre Eltern sie abholen konnten. Zwei der Schüler begaben sich auf eigenen Wunsch ins Krankenhaus, einer der Lehrer ging zum Arzt. Der Unterricht lief weiter, auch wenn einige Klassen die Räume wechseln mussten.

Der erste Verdacht von Schulleiter Peter Swane: Zehntklässler könnten im Chemieunterricht etwas angemischt haben. Wenig später die Entwarnung, wie Swane berichtete: „Eine Schülerin meldete sich, dass ihr Pfefferspray entwendet worden sei.“ Trotz der Atemwegsprobleme gilt das Reizgas aber als ungefährlich. In welchem Zusammenhang diese Schülerin mit der Tat steht, ist bislang unklar. Ein Polizeisprecher, der das Alter der Verdächtigen nicht nennen wollte, sagte gestern nur: „Aus welcher Motivation gesprüht wurde, was für ein Gas es genau war und welche Menge, das ermitteln wir noch.“

Auch für die Toni-Jensen-Schule könnte der „Dummejungenstreich“, wie der sichtlich mitgenommene Schulleiter  es nannte, ein Nachspiel haben. Er selbst war betroffen, verspürte ein „Kribbeln im Hals“ und litt unter tränenden Augen. Ein Verbot von Reizgas auf dem Schulgelände etwa war bisher kein Thema. Das könnte sich nun ändern.

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