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Bewerbung für 2024 : Gäste rücken nah an Olympia heran

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ungewöhnliche Idee: Bei den Segelwettbewerben 2024 vor Schilksee sollen die Zuschauer auf den umgebauten Steinmolen in allererster Reihe Platz nehmen. Mit will Kiel die internationale Jury beeindrucken. In einer Woche stellt Kiel gemeinsam mit Hamburg die offizielle Olympia-Bewerbung vor.

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2015 | 11:00 Uhr

Die Sommerpause ist beendet. Frischer Wind beflügelt das politische Leben in Kiel. Gestern legte die Stadt eine 84-seitige Machbarkeitsstudie sowie ein Mobilitätskonzept für die olympischen Segelwettbewerbe 2024 in Schilksee vor. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer versprach auf der Pressekonferenz im Rathaus: „Das wird eine runde Sache.“

Ein wichtiges Thema wurde gestern allerdings ausgespart – die Finanzen. Die Stadt an der Förde stimmt sich gegenwärtig mit Hamburg ab, dem großen Bruder bei der Olympia-Bewerbung, und erwartet außerdem verlässliche Zuschüsse vom Land und vom Bund. Zudem sollen Kosten für die (einmalige) Großveranstaltung von den Ausgaben für die (dauerhafte) Infrastruktur getrennt aufgelistet werden. Das soll noch in diesem Monat passieren – jedenfalls rechtzeitig genug vor dem Bürgerentscheid. Am 29. November sollen sowohl die Kieler wie auch die Hamburger über die Ausrichtung von Olympia 2024 abstimmen.

Nach dem aktuellen Konzept rücken die Zuschauer so dicht an die Regatten heran wie noch nie in der Olympia-Geschichte. Die langen Stein-Molen vor Schilksee erhalten begehbare Sitzstufen. Dort können sich die Segel-Fans mit ihrem Picknickkoffer niederlassen und, den Capuccino-Becher oder das Bierglas in der Hand, ihre Athleten anfeuern. Das schlägt jedenfalls das Olympia-erfahrene Architekten-Büro Behnisch vor. Die technische Umsetzung der ungewöhnlichen Idee, aus Wellenbrechern vor dem Strand Zuschauerplätze in der ersten Reihe zu machen, hat Stefan Behnisch bereits geprüft: „Es ist machbar.“

Sollte das Internationale Olympische Komitee (IOC) der deutschen Bewerbung tatsächlich den Zuschlag für 2024 erteilen, wird Kiel nach 1936 und 1972 zum dritten Mal die Segelwettbewerbe ausrichten. In diesem Fall soll nördlich der bestehenden Anlage das neue Olympische Dorf mit seinen Häuschen entstehen. Die Segler können „kreuzungsfrei“ ihre Boote im Hafen erreichen – die öffentliche Promenade in Schilksee verläuft oberhalb der olympischen Zugänge. Zum Vergleich: In London mussten die Athleten vor jedem Wettbewerb zwei Sicherheitsschleusen durchlaufen. Gemeinsam mit Kämpfer verspricht Kiels Bau-Dezernent Peter Todeskino denn auch „Olympische Spiele der kurzen Wege.“

Zudem wird Schilksee ein modernes Hotel sowie einen „‚Segel-Campus“ direkt am Hafen erhalten. Von hier aus können Hunderte von Berichterstattern ihre Beiträge von Olympia 2024 in Kiel-Schilksee in alle Welt hinausschicken. Die Stadt rechnet während der dreiwöchigen Segel-Großveranstaltung mit rund 35  000 Besuchern täglich.

Die Kieler-Woche-erprobten Verkehrsplaner im Rathaus haben gleich eine ganze Reihe von Maßnahmen in ihrem Mobilitätskonzept aufgelistet. So soll von Großparkplätzen in Holtenau oder vor dem Holstein-Kiel-Stadion ein Buspendeldienst zum Veranstaltungsort starten. Die Stadt denkt auch darüber nach, Fähren für die Olympia-Zeit zu mieten und die Zuschauer übers Wasser nach Schilksee zu bringen. Und außerdem setzt Kiel auf sportliche Radfahrer: Nicht weniger als 1200 Abstellplätze für Drahtesel sollen für verlässliche Alternativen zu Auto, Bus und Schiff sorgen.  

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