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Kiel

18. Oktober 2017 | 00:04 Uhr

Gaardener Geschichte

vom

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erstellt am 31.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kiel | Sie stehen für Zusammenhalt, Respekt, Brüderlichkeit und Einigkeit. All diese Werte zählt der Pressewart der Alten Gaardener Gilde, Jochen Schulz, auf - wenn man ihn danach fragt, warum es heute noch Gilden braucht. Nach Bränden und Überfällen ruft man heute Polizei und Versicherung an. "Wir sind ein Bollwerk zur Verteidigung alter Traditionen und Werte", sagt der 48-Jährige. Brüderlichkeit und Einigkeit also. Doch ausgerechnet daran mangelte es, als vor 275 Jahren die Alte Gaardener Gilde entstand. Sie wurde im Streit geboren.

Um 1738 herum unterschied man (inoffiziell) Fürstlich Gaarden für Gaarden-Süd, Klösterlich Gaarden für Gaarden-Ost. Der Gildemann: "Es gab damals Streit, ob nach einem Feuer nur die Menschen Hilfe erhalten, deren Häuser abgebrannt waren, oder auch die, deren Häuser zur Eindämmung des Feuers eingerissen werden mussten." Vor allem Bürger aus dem fürstlichen Teil Gaardens hätten sich für letztere Lösung ausgesprochen. Ende des Konflikts: Sie spalteten sich ab - und gründeten die Alte Gaardener Gilde von 1738.

Am Anfang stand eine gute Handvoll Mitglieder. In Hochzeiten hatte die Gilde bis zu 250 Mitglieder. Heute sind es nach Angaben von Pressewart Schulz noch 86 - Tendenz fallend. Das größte Problem: Es gibt wenig Nachwuchs. Möglicherweise liegt es auch an der alten Tradition, dass Frauen offiziell nicht aufgenommen werden. Schulz selbst wäre da aufgeschlossen: "In den letzten zehn Jahren gab es drei Anläufe. Aber es gibt ältere Mitglieder, die sind dagegen."

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