zur Navigation springen

Neues Buch : Gaarden, wie es früher mal war

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Hobby-Historiker Walter Ehlert hat ein Buch mit Geschichten über den Ostufer-Stadtteil geschrieben. Es wird im Herbst erscheinen, eine Ausstellung läuft aber bereits in der „Räucherei“.

Das Textilkaufhaus Stahl & Stiller, Radio-Geschäft Böttcher, der Lebensmittelladen von Dora Stamp, Bäckerei Raeth oder das Schreibwarengeschäft Volbehr – Geschäfte, die längst Gaardener Geschichte sind. Geschichte, die der in Gaarden geborene Hobby-Historiker Walter Ehlert in Geschichten wieder aufleben lässt. Zunächst wollte Ehlert zum 30. Jubiläum der Gaststätte „Bambule“, die vormals „Iltishalle“ hieß, für den Wirt die Geschichte des Hauses Iltisstraße 49, in dem Ehlert geboren wurde und aufwuchs, aufschreiben. „Da kam ich auf die Idee, auch Geschichten anderer Gaardener Geschäfte aufzuschreiben. Das gab es noch nicht“, berichtet der 68-Jährige.

Eigene Kindheitserinnerungen und die Recherche im Stadtarchiv wurden ergänzt durch zahlreiche Gespräche mit Nachkommen der damaligen Geschäftsinhaber, wofür Ehlert teilweise quer durch Schleswig-Holstein fuhr. „Bei den Gesprächen mit den Kindern und Enkeln der Kaufleute ging es teils sehr emotional zu“, resümiert Ehlert. Und er bekam nicht nur Geschichten, sondern konnte auch zahlreiche Fotos und Dokumente sammeln. „Natürlich konnte ich nicht alle Läden berücksichtigen. Allein an Schlachtern gab es 26 in Gaarden; da habe ich mich auf einige wenige konzentriert“, betont Ehlert.

Herausgekommen ist in dreijähriger Arbeit ein rund 400 Seiten starkes Din-A-4-Manuskript mit über 800 Bildern, das neben Geschäften auch Gaardener Kirchen, die Straßenbahn und anderes beinhaltet. Kein trockener Lesestoff, sondern lebendig geschriebene, meist mit einer Prise Humor angereicherte Geschichten, bei denen die Menschen im Fokus stehen. Dr. Jürgen Jensen, Vorsitzender der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, war angetan von den Texten und bejahte Ehlerts Frage, ob das Stoff für ein Buch wäre.

Allerdings musste gekürzt werden: Der Historiker Dr. Martin Rackwitz vom Stadtarchiv überarbeitete das Manuskript, sodass ein etwa 250 Seiten starkes, reich bebildertes Buch herauskommen wird. Erscheinen wird es laut Jensen vermutlich im Spätsommer oder Herbst unter dem Titel „Gaardener Handel und Wandel in Geschichte und Geschichten – Ein Streifzug durch die Geschäftswelt auf dem Kieler Ostufer“ in einer Auflage von zunächst gut 2000 Stück, Herausgeber ist die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte.

Erste Eindrücke kann man aber schon jetzt im Kommunikationszentrum Räucherei bekommen. Dort gibt es eine Ausstellung mit Bildern aus dem Buch. Hinter diesen Bildern verbergen sich Geschichten wie die Anekdote vom Friseur Diesenberg, der einen Strafbefehl über 80 Mark erhielt, nur weil er ein Mittel zur Verhütung von Geschlechtskrankheiten öffentlich angepriesen hatte. Oder die Geschichte vom „besten Matjessalat der Welt“, den es bei Emilie Totte gab.

„Die Geschichten“, sagt Dr. Jürgen Jensen, „sind unheimlich frisch und persönlich geschrieben“. Texte, die es aus Platzgründen nicht ins Buch geschafft haben, findet man im Internet unter www.gaardian.org in der Rubrik Gaardener Geschichte. Und ein zweites Buch, das sich mit Menschen und Häusern in Gaarden beschäftigen soll, hat Hobby-Historiker und Autor Walter Ehlert bereits im Hinterkopf.

>  

Ausstellung „Kiel-Gaarden, Handel und Wandel“, Räucherei, Preetzer Straße 35, zu sehen bis einschließlich 4. Juni.


zur Startseite

von
erstellt am 25.Apr.2016 | 18:07 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen