Neue Leitstelle : Für Notfälle in der gesamten Kiel-Region bestens gerüstet

Seit acht Jahren dabei: Oliver Olschewski (47) freut sich über die neue Leitstelle.  Fotos: Kläschen (2)
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Seit acht Jahren dabei: Oliver Olschewski (47) freut sich über die neue Leitstelle. Fotos: Kläschen (2)

Für die Menschen in der Landeshauptstadt und in den beiden Nachbarkreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön kann es nur vorteilhaft sein: Nach zwei Jahren Bauzeit hat die Regionalleitstelle Mitte in ihrem nagelneuen Gebäude den Betrieb aufgenommen.

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04. Dezember 2018, 18:44 Uhr

80 Kollegen arbeiten im 7,5 Millionen Euro teuren Neubau auf dem Gelände der Kieler Hauptfeuerwache. Sie koordinieren die Feuerwehr- und Rettungsdienste – und nehmen die Notrufe aus der Region entgegen. Die alte Leitstelle von 1992 platzte aus allen Nähten und entsprach nicht mehr den technischen Anforderungen.

Feuerwehr-Chef Thomas Hinz lobte die kurze reibungslose Bauzeit: „Alle Beteiligten haben hier ein Wunder vollbracht.“ Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hob die Kooperation zwischen Stadt und Kreisen hervor: „Wenn wir so vorbildlich zusammenarbeiten, anstatt miteinander zu konkurrieren, dann geht es am Ende allen besser.“

Das vom Kieler Büro Schmieder Dau Architekten geplante Gebäude mit einer Fläche von 2000 Quadratmetern ist selbst für Katastrophenfälle gerüstet. Strom, Heizung und EDV laufen bei einem Ausfall der externen Versorgung weiter. In den Böden und Zwischenwänden schlängeln sich 40 Kilometer Strom- und Datenkabel.

Herzstück des Neubaus ist der 350 Quadratmeter große Leitraum mit einer Deckenhöhe von fünf Metern. Riesige Monitore zeigen eingehende Notfälle, aktuelle Meldungen und das Wetter. An 13, mit jeweils fünf Monitoren und einem berührungsempfindlichen Bildschirm ausgestatteten Arbeitsplätzen nehmen die Mitarbeiter in Zwölf-Stunden-Schichten Anrufe entgegen. Zu den Verbesserungen gehören auch zwei Räume, in denen Großlagen wie Kieler Woche, Rendsburger Herbst oder Fußballspiele vorbereitet und begleitet werden.

Oliver Olschewski (47), seit acht Jahren in der Leitstelle tätig, ist angetan vom Neubau: „Die Arbeit wird angenehmer. In den großzügigen Rückzugsräumen kann man nach anstrengenden Telefonaten besser entspannen.“ Notfälle fordern viel Einfühlungsvermögen – etwa wenn man am Telefon „einer aufgelösten Person helfen muss, den kollabierten Partner zu reanimieren“. Täglich gehen in der Leitstelle 500 Notrufe ein – Tendenz steigend.

Etwa 60 Prozent der Baukosten übernehmen die Krankenkassen. Die verbleibenden 3 Millionen Euro tragen die Stadt Kiel (1,5 Millionen) und die Kreise Plön und Rendsburg-Eckernförde anteilig, entsprechend ihrer Einwohnerzahlen.

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