Ostermarsch : Für eine Welt ohne Kriege

Gegen weltweite Aufrüstung: Die Teilnehmer des Ostermarsches möchten die Ostsee zu einem „Meer des Friedens“ machen.
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Gegen weltweite Aufrüstung: Die Teilnehmer des Ostermarsches möchten die Ostsee zu einem „Meer des Friedens“ machen.

Am Ostermarsch beteiligten sich am Sonnabend 400 Demonstranten. „Die Welt wird instabiler“, sagte Frank Hornschu vom DGB. Und Benno Stahn vom Kieler Friedensforum sah wieder mehr jüngere Gesichter unter den Teilnehmern.

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02. April 2018, 18:14 Uhr

Zu den gut 100 Ostermärschen, die bundesweit am Wochenende stattfanden, zählte auch der Protestzug in Kiel. 400 Menschen kamen am Sonnabend laut Polizeiangaben zur Kundgebung auf dem Asmus-Bremer-Platz zusammen, um anschließend unter dem Motto „Abrüsten statt Aufrüsten“ durch die Innenstadt zu marschieren.

Neben unterschiedlichen politischen Gruppierungen und Gewerkschaften oder den „Ärzten gegen Atomkrieg“ waren auch christliche Friedensgruppen dabei, die schon einen Pilgermarsch von der Osterkirche am Westring zum Asmus-Bremer-Platz hinter sich hatten. Benno Stahn, Ostermarsch-Urgestein vom Veranstalter „Kieler Friedensforum“, bezeichnete die internationale politische „Großwetterlage“ als bedrückend. Umso mehr freute er sich, dass beim Ostermarsch „deutlich mehr jüngere Gesichter zu sehen waren“ als in den Vorjahren.

Die Plakate, Flugblätter und Reden beschäftigten sich schwerpunktmäßig mit den deutschen Militäreinsätzen in aller Welt, der Lage im Nahen und Mittleren Osten, dem Verhältnis der Nato-Bündnispartner zu Russland und der geplanten massiven Erhöhung des Wehretats um 30 Milliarden Euro, um auf die geforderten zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu kommen.

Doch laut Stahn fehlt dieses Geld dann künftig bei der Bildung, der Gesundheit, der Umwelt und für soziale Aufgaben. „Das dürfen wir nicht zulassen“, forderte Stahn. Er wiederholte auch seinen Appell, wonach die Ostsee wieder „ein Meer des Friedens“ werden müsse.

Für Frank Hornschu, den DGB-Geschäftsführer der Region Kiel, steht fest, dass dass Krieg niemals Mittel der Politik sein darf. „Die Welt scheint politisch immer instabiler zu werden“, erklärte Hornschu. Mit Blick auf das angespannte Verhältnis zu Russland stellte er fest, „dass es Frieden in Europa nur mit Russland geben kann“. Das Anliegen der Ostermarschierer fasste er in seiner Rede in einem Satz mit Endreim zusammen: „Wir marschieren für eine Welt, die von Kriegen nichts mehr hält.“

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