Ehrung für Gebeco : Früh Verantwortung lernen

Die Auszeichnung als Top-Ausbildungsbetrieb überreichen Christian Süverkrüp (l.) und Hans Joachim Beckers (r.) von der IHK an Christoph Tode (2. v. l.) und Ury Steinweg von Gebeco.
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Die Auszeichnung als Top-Ausbildungsbetrieb überreichen Christian Süverkrüp (l.) und Hans Joachim Beckers (r.) von der IHK an Christoph Tode (2. v. l.) und Ury Steinweg von Gebeco.

Die IHK Kiel zeichnet das Tourismus-Unternehmen Gebeco als ausbildungsfreundlichen Betrieb aus. Die Gesellschaft für internationale Begegnung und Cooperation (Gebeco) bietet seit 40 Jahren Reisen abseits der gängigen Routen an.

shz.de von
23. Mai 2018, 19:21 Uhr

Die Zeiten werden schwieriger für die Unternehmen. Geeignete Fachkräfte sind rar, folglich genießt die Ausbildung im eigenen Hause einen hohen Stellenwert. Um für diesen Ansatz zu werben, hat die Kieler Industrie- und Handelskammer (IHK) bereits vor vier Jahren die Auszeichnung „Top-Ausbildungsbetrieb“ ins Leben gerufen. Gestern schauten IHK-Vizepräsident Christian Süverkrüp und Hans Joachim Beckers, bei der IHK für Aus- und Weiterbildung zuständig, mit Urkunde und Pokal beim Kieler Tourismus-Unternehmen Gebeco vorbei.

Die Kieler IHK ist geographisch breit aufgestellt. Das Einzugsgebiet reicht „von der Ostsee bis an die Elbe“, wie Süverkrüp gerne betont. Seit 2014 werden jährlich sechs Unternehmen als „Top-Ausbildungsbetrieb“ geehrt, jeweils zwei von ihnen sind im Kieler Raum ansässig. Mit der Gesellschaft für internationale Begegnung und Cooperation (Gebeco) geht die erste Auszeichnung im Jahre 2018 an ein Unternehmen, das seit rund 40 Jahren Reisen abseits der üblichen touristischen Wege anbietet. In der Zentrale am Holzkoppelweg sind heute rund 200 Mitarbeiter beschäftigt. 21 von ihnen sind Azubis – zukünftige Fachkräfte fürs Büromanagement und für den Tourismus, aber auch IT-Experten und Lageristen.

Eine der ersten „Lehrlinge“ von mittlerweile über 400 Azubis war von 1983 bis 1986 Astrid Kuhberg – damals hieß sie noch Astrid Stark – als angehende Bürokauffrau. Früh in der Verantwortung stehen, das war für sie und ihre Kollegen vom ersten Tag an klar. Galt es doch, Reisen etwa nach Prag oder ins Russland hinter dem Eisernen Vorhang auf die Beine zu stellen. Astrid Kuhberg, heute noch bei Gebeco beschäftigt, gehörte auch zu den Premiere-Passagieren des ersten Non-Stopp-Fluges von Frankfurt nach Hongkong.

Die Einbindung der Azubis, die dauerhafte und intensive Ausbildung (was sich etwa in guten Abschlussnoten und geringen Abbrecherquoten niederschlägt) – all das gehört zu den IHK-Kriterien für den „Top-Ausbildungsbetrieb“, wie Beckers sagt. Zwar liegen nach seinen Worten die aktuellen Zahlen bei den Ausbildungsverträgen etwa auf dem Stand des Vorjahres, doch es wird insgesamt enger.

Gebeco-Gründer und -Geschäftsführer Ury Steinweg spricht denn auch von einer „Existenzfrage“, wenn es um das Wissen seiner Mitarbeiter geht. Immerhin vermarktet seit Unternehmen die Reisen nicht nur, es stellt sie überhaupt erst zusammen. „Da ist Know-how gefragt“, erklärt Steinweg und fügt hinzu: „Alle im Betrieb können mit anpacken.“ Das bestätigt auch Friederike Lindenberg. Die 22-Jährige aus Klausdorf/ Schwentinental steht im ersten Jahr ihrer Ausbildung zur Reiseverkehrs-Kauffrau. Ein Jahr nach ihrem Abitur kann sie bei Gebeco offenbar ihre Berufswünsche umsetzen: „Ich fühle mich hier gut aufgehoben.“

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