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Bauernmarkt : Frisches Obst und gelebte Historie

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der traditionelle Bauernmarkt im Freilichtmuseum Molfsee leidet unter Gästeschwund. Grund dafür könnte die zeitliche Nähe der Veranstaltung zum Herbstmarkt sein.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2017 | 18:38 Uhr

Der 21. Bauernmarkt im Freilichtmuseum Molfsee lockte die Besucher am Wochenende mit viel Frische: Frisches Obst, frisches Gemüse und frische Temperaturen standen auf der Tagesordnung. Obwohl in diesem Jahr nur 15 Aussteller ihren Weg zu dem besonderen Markt fanden, ist er für Johanna Gosch, beim Museum zuständig für Veranstaltungen, ein „kleiner Vorgeschmack auf den großen Herbstmarkt“. Neben den wenigen Ausstellern hatte die Museumsmitarbeiterin aber auch sinkende Besucherzahlen zu beklagen. „Der Markt ist zeitlich wohl zu dicht am Herbstmarkt. Viele Besucher warten ab und kommen erst im Oktober zum großen Markt“, vermutete Johanna Gosch.

An der guten Laune der Besucher rüttelten die Probleme des Marktes allerdings nicht. So wie Sarah Dörre und Oliver Tetzel aus Kiel, die mit Tochter Leni (10) unter anderem die kleine Rassegeflügelschau in einem der Häuser besucht hatten. „Wir sind zum ersten Mal hier auf dem Bauernmarkt. Ich finde es toll“, sagte Sarah Dörre. Das Angebot ließ eigentlich auch nicht zu wünschen übrig: Obst und Gemüse, Weine aus Schleswig-Holstein, warme Socken, Gartendeko und -möbel, Marmeladen und sogar Honig aus der eigenen Museumsimkerei. Kinder konnten Bienenwachskerzen ziehen oder einen Ritt auf dem Pony wagen. Zudem lockte ein historischer Jahrmarkt mit einem Blick in die Vergangenheit. Mit dabei waren auch neun Mitglieder vom Projekt „Gelebte Geschichte 1812“ der Interessengemeinschaft historischer Alltag. Während die einen als Landvermesser das Gelände unter die Lupe nahmen, kümmerten sich andere um Haus und Hof.

So wie Dandy Kuschel aus Hamburg, Michaela Feudtner aus Darmstadt und Christiana von Roit aus Bamberg. Sie lebten den Besuchern vor, wie es vor gut 200 Jahren zuging. „Die Leute kümmerten sich um Haus und Hof, versorgten das Vieh und mussten sehen, wie sie ihre Leute satt kriegen“, erklärte Dandy Kuschel, während er das Essen im Kessel über der Feuerstelle umrührte. Der Anwendungstechniker und seine Mitstreiter genossen ihre gemeinsamen Ausflüge in die Vergangenheit. „Man muss nicht ständig erreichbar sein, und es ist Entschleunigung pur“, waren sich Kuschel und Michaela Feudtner einig. Darüber hinaus waren auch die verschiedenen Handwerker im Museum aktiv und ließen sich, beispielsweise Korbmacherin Veronica Sell, bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Bevor es dann wieder nach Hause ging, schlugen viele Besucher noch einmal kräftig zu. Am Gemüsestand des Museums ging frisches Gemüse querbeet für fünf Euro pro Beutel über den Tresen. „Das läuft super und macht Spaß. Aber wir sind ja auch lustig und schnacken mit den Kunden. Wie Marktfrauen eben sind“, bekannte die Museumsmitarbeiterin Renate Voß schmunzelnd, bevor sie sich für den nächsten Kunden den nächsten Beutel griff – mit frischem Gemüse bei frischen Temperaturen.

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