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Kreative Köpfe : Frische Impulse für die Stadtentwicklung

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sie haben in den letzten Jahren Quartiere wie den Knooper Weg oder den Anscharpark geprägt, die Kreativen in Kiel. Gemeinsam sichern die Stadt und die KiWi ihnen praktische Unterstützung zu. Diese Hilfe aber fällt ganz anders aus als bei der klassischen Existenzgründerberatung.

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2015 | 11:49 Uhr

Nein, genaue Zahlen gibt es (noch) nicht. Welche Umsätze die „Kreativen“ in der Stadt erwirtschaften, wie viele Personen diesem Kreis überhaupt zugerechnet werden – all das ist nicht bekannt. Unbestritten aber ist, dass ganze Quartiere wie der Knooper Weg, der Anscharpark in der Wik oder die Brunswiker Straße unter dem Einfluss der Alternativen ihr Gesicht verändert haben. Und zwar zum Guten, wie nicht nur Werner Kässens findet. Der Geschäftsführer der KiWi (Kieler Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklung) spricht von wichtigen Impulsen, die auch anderen Branchen Anstöße und Anreize geben.

Stadträtin Renate Treutel hat beobachtet, dass viele deutsche Städte kreative Kräfte von außerhalb anzulocken versuchen. „Das hat Kiel gar nicht nötig“, sagt sie und fügt mit stolzem Blick etwa auf die Muthesius-Kunsthochschule hinzu: „Wir haben hier genügend kreative Köpfe. Wir müssen sie nur ein wenig unterstützen.“ Diese Hilfe aber verläuft ganz anders als bei der klassischen Existenzgründung, die auf Rentabilitätsgutachten und Bankkredite setzt. Die „Jungen Wilden“ dagegen zeigen sich flexibler, verlässliche Netzwerke besitzen für sie eine größere Bedeutung als bei den Arrivierten. Kässens hat bereits Folgerungen gezogen: „Wir werden unsere Betreuung erweitern, die Kreativwirtschaft ist ein Wachstumsmarkt.“

Wobei „Kreative“ nicht allein Zeichner, Maler, Musiker und Bildhauer meint. Auch junge Architekten, Software-Tüftler, Produktentwickler oder Craft-Bier-Brauer gehören dazu. Und weil sie alle „etwas zur Stadtentwicklung beitragen“, sollen sie Unterstützung erhalten. Das war der Ansatz, als sich vor gut einem Jahr die Verantwortlichen zusammenfanden und das Projekt „Kreativ Kiel“ gründeten.

Mittlerweile ist eine Online-Befragung unter 250 Teilnehmern ausgewertet, mittlerweile sind auch Kontakte zu finanzkräftigen Investoren geknüpft. Sarah Friese (KiWi) und Eva Plankenhorn als städtische Projektleiterin berichten von Wohnungsbaugesellschaften, die etwa die Parterrewohnungen für einen Übergangszeitraum als Ateliers und Werkstätten zur Verfügung stellen wollen. Nicht ganz uneigennützig: Diese ebenerdigen Wohnungen sind meist nicht so gut vermietbar – und die Kreativen sorgen für eine größere Bekanntheit wie auch für eine Aufwertung des Quartiers.

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