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Gestern – Heute – Morgen : Freilichtmuseum feiert 50. Geburtstag

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Sommer 1965 öffnete das Freilichtmuseum Molfsee seine Tore. Zum 50. Geburtstag am 7. Juni soll es rund gehen: Musik, Tanz und neue Ausstellungen warten auf die Besucher. Dabei werden auch die Entwürfe für den geplanten Volkskunde-Neubau präsentiert. Das Gebäude soll 2020/21 stehen.

Das Freilichtmuseum Molfsee vor den Toren der Landeshauptstadt wird 50 Jahre alt. Das 40 Hektar große Areal, das im Sommer 1965 erstmals seine Tore öffnete, feiert den Geburtstag am 7. Juni mit neuen Ausstellungen, mit Musik und Tanz – und vor allem mit einem Ausblick in die Zukunft. Denn an diesem Tag werden sämtliche Modelle für das geplante Volkskunde-Haus präsentiert, das nicht nur moderne Ausstellungsfläche bieten wird – an der es in Molfsee bislang mangelt. Der Neubau wird gleichzeitig den Eingangsbereich zum Museum komplett verändern. Der genaue Zeitplan für das 12-Millionen-Euro-Projekt steht zwar noch nicht, doch die Macher gehen davon aus, dass 2020/2021 die schmucke Visitenkarte des Museums fertiggestellt sein wird. Bekanntlich hat das Lübecker Büro Petersen, Pörksen & Partner den Architekturwettbewerb gewonnen.

Rund 70 historische Bauernhäuser, Fachwerkkaten, Scheunen und Windmühlen aus allen Teilen Schleswig-Holsteins sind im Freilichtmuseum zu bewundern. Während der Saison zeigen Handwerker wie Korbmacher, Schmiede, Töpfer oder Bäcker an Ort und Stelle ihr altes Handwerk. Doch dies reicht offenbar nicht aus, mehr Besucher ins idyllische Dorf zu locken. Es ist schon ein Erfolg, dass die Gästezahlen 2014 im Vergleich zur Vorsaison mit 100  000 stabil geblieben sind. Zum Vergleich: Vor drei Jahrzehnten kratzte Molfsee noch an der 300  000er-Marke.

„Die Menschen suchen auch im Museum die Sonderveranstaltung, das Event“, sehnt Museumsdirektor Wolfgang Rüther den Neubau herbei. Darin ist er sich einig mit Guido Wendt, dem Geschäftsführer der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen. Das Freilichtmuseum gehört der Stiftung seit drei Jahren an. „Dieser Schritt war genau richtig“, betont Roland Reime, der Vorsitzende des Fördervereins in Molfsee. „Er brachte frischen Wind und neue Ideen ins Haus.“ So ist in Molfsee ein Video-System („Media-Guide“) in Arbeit, mit dem man beim Gottorfer Globus in Schleswig schon sehr gute Erfahrungen gemacht hat.

Und das Jubiläum am 7. Juni soll zu einem Multi-Kulti-Fest werden. Unter dem Motto „Das Eigene und das Fremde. Schleswig-Holstein und die Welt im Freilichtmuseum“ sind sämtliche Kulturvereine der Zuwanderergruppen eingeladen, gemeinsam mit den „Traditionalisten“ vom Heimatbund zu feiern. Rüther ist überzeugt: „Das wird ein buntes Treiben im Gelände.“  


> Das Museum an der Hamburger Landstraße 97 in Molfsee ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet (Einlass bis 17 Uhr). Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt sind es 5 Euro. Kleine Kinder unter sechs Jahren sind frei, Schüler zahlen 2 Euro. Die Familienkarte kostet 17 Euro

> Zu den Veranstaltungen in dieser Saison gehören der Gärtnermarkt am kommenden Wochenende 25./26. April, das Lanz-Bulldog-Treffen (19. Juli), der Handwerkertag (16. August), der Bauernmarkt (12./13. September) und auch der neuntägige Herbstmarkt (17. bis 25. Oktober).
> Die Ausstellung „Fremdes Zuhause“ erinnert ab 10. Mai an das Schicksal der Flüchtlinge und Vertriebenen.
> „Langeness – Vom Leben am Wasser“ erzählt ab 16. August vom Leben auf der Hallig. Interessant: Der russische Emigrant Oleg Woinoff fotografierte in den 30er-Jahren auf Langeness. Seine unveröffentlichten Bilder fließen in die Ausstellung ein.
> In der Meierei Voldewraa, der ältesten Genossenschaftsmeierei des Landes, läuft ab September „Milch, Käse, Butter – Frühe industrielle Milchverarbeitung“.

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erstellt am 21.Apr.2015 | 06:08 Uhr

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