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Mare-Klinikum Kronshagen : Frau stirbt nach Feuerattacke vor Klinik bei Kiel

vom

Eine brennende Frau läuft über eine Straße, Passanten kommen ihr zu Hilfe. Doch die Verbrennungen sind zu schwer – die 38-Jährige stirbt in der Klinik.

Kiel | Eine Frau ist am Mittwoch auf einem Gehweg vor einer Klinik in Kronshagen bei Kiel angezündet worden. Das Opfer habe am ganzen Körper gebrannt, sagte ein Polizeisprecher. „Man konnte nicht mehr erkennen, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt.“

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich laut Polizeiangaben um den 41 Jahre alten Ehemann der Frau (38). Sie lebten allerdings getrennt. Die Hintergründe der Tat sind noch nicht geklärt. Eine Beziehungstat könne jedoch angenommen werden, hieß es von der Kieler Polizei.

Nachdem der Täter sein Opfer mit einer noch unbekannten Flüssigkeit übergossen und in Brand gesetzt hatte, lief die Frau davon. Sie überquerte noch die Straße vor der Klinik. Dann kamen ihr nach ersten Erkenntnissen der Polizei Passanten zu Hilfe und löschten das Feuer.

<p>Kleidungsreste liegen auf dem Bürgersteig.</p>

Kleidungsreste liegen auf dem Bürgersteig.

Foto: dpa
 
<p>Eine Kriminalbeamtin untersucht den Tatort.</p>

Eine Kriminalbeamtin untersucht den Tatort.

Foto: dpa
<p>Das Auto des Opfers wird abgeschleppt.</p>

Das Auto des Opfers wird abgeschleppt.

Foto: Eckard Gehm
<p>Spurensicherung am Tatort.</p>

Spurensicherung am Tatort.

Foto: Eckard Gehm
 

Die Frau wurde nach Polizeiangaben mit lebensbedrohlichen Brandverletzungen zunächst in ein Kieler Krankenhaus gebracht, später in eine Spezialklinik verlegt. Ihr Zustand war äußerst kritisch, sagte ein Polizeisprecher. Gegen 17.30 Uhr erlag sie den schweren Vebrennungen.

Der Tatverdächtige befindet sich in Gewahrsam. Der Polizeisprecher sprach von einer „Großlage“. „Wir stellen uns auf umfangreiche Ermittlungen ein“, sagte er. Es gebe zwischen 10 und 20 Zeugen des Geschehens. Das Areal wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Die Ermittler sichteten Beweisstücke wie ein Haarband und eine Mütze, die auf dem Gehweg lagen.

Täter und Opfer wohnten demnach seit vielen Jahren in Kiel. Hintergründe und Motive stehen noch nicht abschließend fest. „Eine Beziehungstat kann jedoch angenommen werden“, heißt es in der Polizeimitteilung. Die Kieler Mordkommission ermittelt.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) spricht von einer „unfassbar grausamen Gewalttat“.

Eine Passantin beobachtete das schreckliche Geschehen am Morgen aus der Nähe. Sie habe einen Mann und eine Frau und auch Flammen gesehen. „Da war mir klar, da zündet jemand die Frau an“, beschrieb Angela Hauschild das Geschehen. Dann sei sie in das Klinikum gerannt und habe die Polizei sowie den Notarzt alarmiert. „Die Frau hat lichterloh gebrannt.“ Passanten hätten zunächst versucht, die Flammen mit Decken zu ersticken. Schließlich sei ein Mann mit Feuerlöscher herbeigestürmt. „Das war eine gefühlte Ewigkeit bis die Flammen aus waren.“ Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz. „Das werde ich meinen Lebtag nicht vergessen“, sagte die Augenzeugin. „Sie hat so geschrien.“ Als die Frau schließlich von den Einsatzkräften in den Rettungswagen geschoben wurde, habe das Opfer gerufen: „Meine Kinder, meine Kinder, was wird mit meinen Kindern?“ Die beiden drei und sieben Jahre alten Kinder des Opfers wurden später vom Jugendamt in einer Pflegefamilie untergebracht.

In dem grausigen Fall sind noch viele Fragen offen. Augenzeugen berichten, dass der mutmaßliche Täter sein Opfer gleich zweimal in Brand gesteckt haben soll - das zweite Mal kurz nachdem Retter die Flammen erstickt hatten. Dies kann die Polizei am Mittwoch aber nicht bestätigen. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist sie einmal angezündet worden“, sagt eine Polizeisprecherin.

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erstellt am 07.Dez.2016 | 18:50 Uhr

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