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Publikum am Sonntag : Forschung in früheren Hotelzimmern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Beim Tag der offenen Tür im Institut für Weltwirtschaft erhielten die Besucher auch Einblicke in die Geschichte des Gebäudes an der Kiellinie. Das Haus an der Kiellinie 66 war einst die mondäne „Seebadeanstalt Düsternbrook und Logierhaus“. Daran erinnert etwa der Jugendstil-Salon mit seiner traumhaften Förde-Aussicht.

Es wurde eng auf den Fluren und in den Räumen beim Institut für Weltwirtschaft (IFW): Das Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen endete mit einem Tag der offenen Tür im Haus an der Kiellinie 66. Hunderte von Besuchern ließen sich diese einmalige Möglichkeit nicht entgehen, das Innenleben der bundesweit anerkannten Einrichtung kennen zu lernen. Im Institut sind 170 Frauen und Männer beschäftigt, gut die Hälfte arbeitet im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich.

Ehemalige wie Prof. Rolf Langhammer (67), einst IFW-Vizepräsident, klärten die neugierigen Besucher bei Rundgängen durchs Haus über die Besonderheiten des Institutes auf, das am Ende des 1. Weltkrieges in die frühere „Seebadeanstalt Düsternbrook und Logierhaus“ einzog. Es war ein feudales Quartier gewesen, wie Langhammer erzählte: Jede Übernachtung kostete den mehrfachen Tageslohn eines Werftarbeiters – und zur Kieler Woche zogen die Sätze noch einmal an. Die meisten Hotelzimmer wurden dann für das bereits 1914 gegründete „Königliche Institut für Seeverkehr und Weltwirtschaft“ zu Studier- und Forschungsbüros umgebaut. Der Jugendstilsalon mit der traumhaften Förde-Aussicht blieb als kleiner Konferenzraum erhalten – worüber sich Langhammer und seine Kollegen später freuen durften.

Einblicke in einen ganz speziellen Raum erhielt auch Dirk Bruhn aus Kiel-Mitte. Der Betriebswirt, der einst an der Kieler Universität sein Examen abgelegt hatte, hatte am Vormittag zufällig den amtierenden IFW-Präsidenten Prof. Dennis Snower auf dem Flur getroffen und durfte gemeinsam mit anderen Besuchern das Chef-Quartier in Augenschein nehmen. Bruhn zeigte sich angetan von der riesigen Holzwand mit den Büchern und dem Panoramabild, das über dem Sofa hängt.

Sehr zufrieden waren auch Heike Ehrhardt und Hans-Hinnerk Maaß aus Nortorf. Aus purer Neugierde folgten sie der Einladung zum Tag der offenen Tür. Sie wussten natürlich, dass das Institut für Weltwirtschaft in der Bundesrepublik zu den führenden Institutionen der Branche zählt. Seit gestern haben sie aber auch einen persönlichen Eindruck, wie hier gearbeitet und geforscht wird.

Allseits gelobt wurde von den Gästen die gute Organisation. Von der Garderobe über die Kinderbetreuung und das Gewinnspiel bis zum Kaffee- und Kuchenbüfett war – auch dank der Hilfe der Ehemaligen – beim Tag der offenen Tür an alles gedacht. Und selbstverständlich schaute gestern auch die Politik vorbei. Ministerpräsident Torsten Albig diskutierte am Nachmittag mit IFW-Präsident Snower, Uni-Vizepräsidentin Prof. Karin Schwarz und Benedict Dunkelberg, Geschäftsführer bei Mecalac Baumaschinen, über „interdisziplinäre Ansätze in der Wissenschaft“. Soll heißen: Die Epoche der Forschung im Elfenbeinturm hat schon lange ausgedient. Ideenaustausch ist angesagt. Aber das ist für das Institut sowieso eine Selbstverständlichkeit.  

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erstellt am 15.Feb.2015 | 14:08 Uhr

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