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Forscher untersuchen Gecko-Folie: Neue Innovation für Schiffsbau?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2014 | 05:33 Uhr

Es ist durchsichtig, haftstark und beeindruckend: die Gecko-Folie, die Wissenschaftler rund um Stanislav Gorb an der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) untersuchen.

Dass sie haftstark ist, ist nichts Neues. Jetzt erforscht das Team aus Biologen und Biophysikern die Eigenschaften der Folie unter Wasser. Und die sind beeindruckend, wie Lars Heepe, der die physikalischen Eigenschaften der Folie untersucht, schildert: „Die Folie kann Luft unter Wasser halten und sie ist gleichzeitig eine Grenzschicht, an der sich keine Organismen anheften können.“

Lassen sich die Thesen der Wissenschaftler in der Praxis bestätigen, kann die Folie eine riesige Innovation für die maritime Wirtschaft sein. Zum einen als ein so genanntes Antifouling-Material, das verhindert, dass sich Feststoffe an Schiffsrümpfen anlagern (Fouling = Anwuchs oder Besiedelung von Meersorganismen), als Material zur Reduzierung des Strömungswiderstands und für den Einsatz als Unterwasserhaftmittel. Schiffe könnten, wenn die Technik ausgereift ist, treibstoffsparender unterwegs sein, ohne an Zeit zu verlieren.

Für Technologiestaatssekretär Ralph Müller-Beck (SPD) ist das Projekt eine „riesige Innovation“: „Das Vorhaben beinhaltet neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn bezüglich Strategien zur Prävention von Biofouling auf nicht-chemischer Basis auch ein bedeutendes Anwendungspotential im Bereich der maritimen Industrie wie beispielsweise im Schiffbau oder für jegliche Offshore-Anwendungen und passt somit optimal in die Anstrengungen der Landesregierung die maritime Wirtschaft zukunftsfähig zu halten.“ Er übergab gestern den Förderbescheid an das Zoologische Institut der CAU, denn das Projekt wird im Rahmen der Landesinitiative „Zukunft Meer“ mit rund 60 000 Euro aus Technologiemitteln des Landes gefördert. Müller-Beck: „Hier wird über das Morgen nachgedacht. Wir wollen die Wertschöpfung im Land halten und spielen auf dieser Ebene in einer ganz großen Liga.“ In zwei Jahren, so lange läuft das Projekt vorerst, sollen auch erste Experimente an Schiffen in der Praxis gemacht werden.

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