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Seehafen-Chef als Manager : Flughafen Holtenau: Defizit halbiert

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Statt 1,2 Millionen muss die Stadt Kiel nur noch 600.000 Euro für den Betrieb beisteuern: Dirk Claus, Chef der Seehafen Kiel, zog gestern eine positive Zwischenbilanz.

Wer einen Hafen erfolgreich managen kann, der kann auch das Sorgenkind „Flughafen Holtenau“ wieder auf die Beine bringen – dachte sich die Kieler Ratsversammlung vor zwei Jahren und übertrug dem Seehafen Kiel die Zuständigkeit für den defizitären Airport.

Zu recht, wie sich jetzt zeigt: „Wir haben das Defizit seitdem halbiert“, berichtete gestern in Kiel Hafen-Chef Dirk Claus stolz. Statt 1,2 Millionen Euro muss der städtische Kämmerer nur noch 600 000 Euro für den Betrieb in Holtenau zuschießen.

Auch wenn die großen Maschinen und zuletzt auch die Marineflieger den Airport nicht mehr ansteuern– 15 000 Flugbewegungen pro Jahr gibt es auf dem Areal heute immer noch. Rund die Hälfte machen Geschäftsflieger aus, intensiv wird der Platz auch von Flugschülern, Privatfliegern und Kartierungsunternehmen genutzt. Auch die Uniklinik mag auf Holtenau als Ambulanzflughafen nicht verzichten. Wenn es um Minuten geht – zum Beispiel beim Organtransport – ist der Platz ideal gelegen.

Große Rosinen im Kopf für die künftige Nutzung durch Kreuzfahrtpassagiere hat Claus nicht mehr. Noch im vergangenen Jahr war überlegt worden den Reisenden beim Zwischenstopp in Kiel Ausflüge per Flugzeug nach Berlin oder Neuschwanstein anzubieten. Doch die Reedereien winkten ab. Einmal auf dem Schiff, sollten die Passagiere nicht durch hektische Flüge aus der Urlaubsstimmung gerissen werden. Auch für die Anreise zum Törn über die Ostsee mit den Weißen Riesen bietet sich der Flughafen Holtenau laut Claus nicht an. Startbahn und technisches Equipment lassen höchstens Maschinen mit 70 Passagieren zu, „und das am besten auch noch ohne Gepäck“, wie Claus einwendet. Hamburgs Flughafen Fuhlsbüttel liege praktisch vor der Haustür und biete sich als internationale Drehscheibe für den Kreuzfahrttourismus ab Kiel förmlich an.

Wie es weiter geht: Die Rathauskoalition aus SPD, Grünen und SSW hat eine Studie in Auftrag gegeben, um das Entwicklungspotential zu ergründen.

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erstellt am 15.Jan.2014 | 05:29 Uhr

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