Zwischenfall bei Marine-Übung : Flugabwehrrakete brennt auf Fregatte „Sachsen“ aus

Das „Vertical Launch System“ der „Sachsen“ wurde durch die Fehlfunktion schwer beschädigt.

Das „Vertical Launch System“ der „Sachsen“ wurde durch die Fehlfunktion schwer beschädigt.

Im Senkrechtstart-System an Deck fängt der Antrieb einer Flugabwehrrakete bei einer Schießübung Feuer.

shz.de von
22. Juni 2018, 14:12 Uhr

Harstadt | Während eines Flugkörperschießens auf der Fregatte „Sachsen“ in der Nacht zum Freitag hat es einen Zwischenfall gegeben. Nach Angaben der Deutschen Marine brannte der Antrieb einer Flugabwehrrakete des Typs SM2 – ohne dass diese jedoch nach dem Abfeuern den Starter verließ. Die Rakete brannte aus. Die Fregatte befindet sich derzeit zusammen mit der U-Boot-Jagd-Fregatte „Lübeck“ nördlich des Polarkreises in einem Test- und Übungsgebiet des NATO-Partners Norwegen.

„Wir standen vor einer gleißenden und glühend heißen Feuerwand“, sagte der Verbandsführer der Übung, Fregattenkapitän Thomas Hacken. Die Rakete des Typs SM2 sollte aus ihrer Zelle im Senkrechtstart-System (Vertical Launch) vor der Brücke abgefeuert werden. Doch sie startete nicht und fing Feuer. Die Besatzung an Oberdeck reagierte nach weiteren Angaben der Deutschen Marine jedoch schnell und vollkommen richtig und löschte das Feuer. Die Sprinkleranlage startete dazu ergänzend.

Die Fregatte „Sachsen“ hat den Hafen von Harstadt (Norwegen) angelaufen, um die Schäden zu prüfen.
Rolf Dunkel
Die Fregatte „Sachsen“ hat den Hafen von Harstadt (Norwegen) angelaufen, um die Schäden zu prüfen.
 

Nach weiteren Angaben mussten zwei Soldaten aufgrund einer Stressreaktion ihren Dienst unterbrechen. Beide sind aber mittlerweile wieder dienstfähig. Einen sichtbaren Materialschaden gab es jedoch am Schiff. Die „Sachsen“ und die „Lübeck“ sind nach dem Vorfall am Freitagmorgen in den norwegischen Hafen Harstadt eingelaufen.

„Wir müssen realitätsnah üben, damit wir im Ernstfall (...) einsatzbereit sind“, sagte Marineinspekteur Andreas Krause. Damit seien kalkulierbare Risiken verbunden, wie der Vorfall zeige.

Marineangaben zufolge gab es vor dem Flugkörperschießen keinerlei Hinweise auf Mängel am Startersystem. Ein zuvor abgeschossener Flugkörper des gleichen Typs wurde bei der Übung erfolgreich gestartet. Die defekte Rakete sei zuvor technisch überprüft worden und befand sich in einwandfreiem Zustand, hießt es. Die Crew der Fregatte „Sachsen“ nimmt in Harstadt nun eine Evaluierung vor. Dabei sollen auch die notwendigen Reparaturen erfasst werden.

mit dpa

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