Übergangslösung : Flüchtlings-Dorf entsteht am „Norder“

Auf dieser Grünfläche entsteht das Container-Dorf. Rechts neben dem Zaum beginnt das Nordmarksportfeld.
Auf dieser Grünfläche entsteht das Container-Dorf. Rechts neben dem Zaum beginnt das Nordmarksportfeld.

500 Asylbewerber sollen nach Informationen unserer Zeitung ab dem Herbst übergangsweise in Containern am Rande des Nordmarksportfelds in Kiel unterkommen – wie in Eggebek.

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26. Juni 2015, 08:07 Uhr

Noch vor der geplanten neuen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Kiel soll es ab diesem Herbst auch ein provisorisches Container-Dorf in der Landeshauptstadt geben. Nach Informationen unserer Zeitung entsteht die Anlage für 500 Asylsuchende auf einem städtischen Grundstück am Rande des Nordmarksportfeldes nahe des Universitätsgeländes. Die Übergangslösung soll Platz schaffen, bis im Herbst 2016 die zukünftigen Erstaufnahmen am Bremerskamp in Kiel sowie in Flensburg und Lübeck fertiggestellt sind. Auch in Eggebek (Kreis Schleswig-Flensburg) wird auf einem ehemaligen Bundeswehr-Flugplatz ein solches Container-Zuhause auf Zeit eingerichtet (wir berichteten).

Darum geht es: Das Nordmarksportfeld ist eine riesige Fläche – zur Kieler Woche findet dort aktuell das Heißluftballon-Festival „Balloon Sail“ mit spektakulären Feuer-Shows im Dunkeln statt (siehe Foto oben). Am nördlichen Rand liegt abgegrenzt ein rund 25  000 Quadratmeter großes, beinahe quadratisches Areal. Die Grünfläche, die auch für die Sportart Lacrosse genutzt wird, grenzt an Tennisplätze des Kieler Hockey- und Tennisclubs. Sie ist über einen Weg mit der Eckernförder Straße und dem Uni-Campus an der Olshausenstraße verbunden. Damit ist das Gelände nur wenige hundert Meter vom Bremerskamp entfernt, wo die zukünftige Erstaufnahmeeinrichtung gebaut wird. Das wurde offenbar als Vorteil angesehen – denn im Gespräch standen auch alternative Standorte (wir berichteten).

Dem Vernehmen nach sollen nun am „Norder“, wie die Kieler ihren größten Sportplatz nennen, mehrere hundert Schlaf-Container aufgestellt werden – je zwei Flüchtlinge teilen sich einen. Dazu kommen Dusch-Container und Kantinen-Räume. Ebenfalls werden dort Büros und eine Polizeiwache sowie Räume für das Bundesamt für Migration und die Kranken-Versorgung eingerichtet, vergleichbar mit der zweiten provisorischen Unterkunft in Eggebek. Offenbar werden Vertreter des Innenministeriums und der Stadt genau dieses Vorhaben am kommenden Dienstag in Kiel auch öffentlich vorstellen (30. Juni, ab 19.30 Uhr, Hans-Heinrich-Driftmann-Hörsaal der Universität, Olshausenstraße 75).

Die Stadt Kiel hatte dem Land bereits früher ihre Unterstützung bei der Unterbringung von Flüchtlingen zugesagt. Zu den aktuellen Plänen hielt sie sich allerdings bedeckt. Der zuständige Stadtrat Gerwin Stöcken sagte nur so viel: „Die Gespräche mit dem Land sind jetzt erfreulich weit gediehen. Ich bin daher sehr zuversichtlich, dass wir der Öffentlichkeit in der Veranstaltung mit den drei Ortsbeiräten am kommenden Dienstag einen abgestimmten Plan für die vorläufige Erstaufnahmeeinrichtung präsentieren können.“

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