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Flüchtlinge sollen notfalls in Zeltstädten wohnen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Landesregierung plant 1,5 Milliarden Euro schweres Wohnungsbauprogramm bis 2019

Winterfeste Zeltstädte für 5000 oder mehr Flüchtlinge in Schleswig-Holstein? Innenminister Stefan Studt (SPD) schließt das angesichts zum Teil dramatisch überbelegter Erstaufnahmeeinrichtungen nicht mehr aus. Wo solche Einrichtungen entstehen könnten, ließ der Minister im Gespräch mit unserer Zeitung offen. Konkrete Pläne gebe es noch nicht, aber das Land müsse „auf alle Eventualitäten vorbereitet sein“. Sinn machten solche Zeltstädte nach Einschätzung des Bundes ab einer Größenordnung von 5000 Menschen, sagte Studt. „Mehr könnte ich mir persönlich aber im Moment auch nicht vorstellen“. Er ahne, welche Bilder große Flüchtlingslager „in den Köpfen und Herzen der Menschen hier im Land auslösen wird“, sagte der Minister. Ihm seien aber „solche Provisorien lieber als gar keine Unterbringung“. Zudem „müssen und werden solche Einrichtungen des Standards des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR entsprechen“. Der Winter stehe vor der Tür und „niemand, der als Flüchtling aus Kriegsgebieten zu uns kommt, soll hier frieren oder hungern müssen.“

Bis Ende September waren 25  000 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein gekommen. Bis zu 60  000 könnten es zum Jahresende werden. In einigen Erstaufnahmeeinrichtungen sei es schon jetzt überaus beengt. Ziel des Landes sei es, die Zahl der Plätze in diesen Einrichtungen um 15  000 auf 25  000 aufzustocken. Das entlaste auch die Kommunen.

Zugleich kündigte Studt ein „belastbares Programm“ zum Bau von 20  000 Wohnungen in den kommenden vier Jahren an. Dazu sei ein Investitionspaket von 1,5 Milliarden Euro nötig.

„Nachhaltig beeindruckt“ zeigt sich Studt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die in der TV-Sendung „Anne Will“ in der Flüchtlingsfrage erneut „sehr klar Position bezogen“ habe. Das sei angesichts der innerparteilichen Kritik in der Union nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Merkel habe einen „ungeschminkten Blick auf die Herausforderungen“ geworfen, vor denen Deutschland stehe. Seite 5  /  Standpunkt Seite 2

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erstellt am 08.Okt.2015 | 16:38 Uhr

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