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Nach Evakuierungen in Meimersdorf : Fliegerbombe in Kiel entschärft

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Erfolgreicher Einsatz: Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes machten auf einem Acker in Meimersdorf eine 250 kg schwere Fliegerbombe unschädlich. Das Gebiet rund um den Fundort musste zuvor evakuiert werden.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2013 | 10:36 Uhr

Meimersdorf | Im Kieler Stadtteil Meimersdorf haben Experten am Montag eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht. Die Entschärfung sei schnell und ohne Probleme verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Für die Aktion hatten mehrere tausend Menschen im Umkreis von 500 Metern ihre Wohnungen und Arbeitsplätze verlassen müssen. Die ursprünglich bereits für Freitag geplante Entschärfung war wegen des Orkans „Xaver“ verschoben worden.

Erst am Mittwoch vergangener Woche hatten die Experten des Kampfmittelräumdienstes im Kieler Stadtteil Wellsee einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Auch diese 250-Kilo-Bombe war bei Bodenüberprüfungen entdeckt worden. Kiel war als Marine- und Werftenstandort im Zweiten Weltkrieg wiederholt bombardiert worden.

Bei rund 90 Luftangriffen warfen die Alliierten zwischen Juli 1940 und Mai 1945 etwa 44 000 Sprengbomben, 900 Minenbomben und rund 500.000 Brandbomben über der Stadt ab.

Was versteht man unter einem Blindgänger?

Blindgänger sind Bomben, die bei ihrer Benutzung (Abschuss oder Abwurf) nicht oder nicht vollständig explodiert sind. Grund dafür kann neben falscher Bedienung auch technisches Versagen sein.

Woher stammen die alten Fliegerbomben in der Landeshauptstadt?

Allierte Flugzeuge warfen vor 70 Jahren tausende Bomben auf Kiel. Das hat Folgen bis heute: Immer wieder finden sich im Boden Blindgänger, die eine Gefahr darstellen. Als Marine- und Werftenstandort war Kiel im Zweiten Weltkrieg wiederholt schwer bombardiert worden. Die ersten Luftangriffe fanden nach Angaben des Stadtarchivs am 2. Juli 1940 statt, die letzten in der Nacht zum 3. Mai 1945. Insgesamt fielen bei 90 Luftangriffen 44.000 Sprengbomben, 900 Minenbomben und rund 500.000 Brandbomben. Fast 3000 Zivilisten starben, 167.000 Einwohner wurden obdachlos.

Wie werden die Bomben entdeckt?

Häufig werden Blindgänger unabhängig von der gezielten Suche bei Baumaßnahmen gefunden. Im aktuellen Fall der Meimersdorfer Bombe geschah dies durch die Auswertung von Luftbildern.

Wie lange dauert eine Bombenentschärfung?

Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Wie sollte ich mich als Bürger verhalten, wenn ich Munition entdecke?

Als Faustregel gilt: Munition nicht berühren und sofort den Kampfmittelräumdienst verständigen. Dies kann rund um die Uhr über die örtliche Polizei (110) oder das Lagezentrum des Kieler Innenministeriums (0431/1600) erfolgen. Der unsachgemäße Umgang mit Munition oder Teilen davon kann tödlich sein.

 
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