Region Kiel : Flagge zeigen gegenüber Hamburg

Gemeinsamkeit macht stark: (von links) Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Jörg Orlemann (IHK), Landrätin Stephanie Ladwig, Janet Sönnichsen (Kiel Region) sind sich einig.
Gemeinsamkeit macht stark: (von links) Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Jörg Orlemann (IHK), Landrätin Stephanie Ladwig, Janet Sönnichsen (Kiel Region) sind sich einig.

Ob nun Nahverkehr, Arbeitsmarkt oder Tourismus – die Verantwortlichen in der Region Kiel wollen alle Themen gemeinsam anpacken. In der Formel „Landeshauptstadt plus Umland“ sehen sie die einzige Möglichkeit, gegenüber der Metropolregion Hamburg zu bestehen.

shz.de von
10. Juli 2015, 12:53 Uhr

Die Verantwortlichen in der Kiel-Region rücken zusammen – auch um sich gegen die Übermacht der Metropolregion Hamburg zu behaupten. 120 Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik hatten sich auf Einladung der Region Kiel GmbH zur dritten Regionalkonferenz eingefunden – so viele waren es noch nie. Im Hause der IHK diskutierten sie über drängende Zukunftsfragen wie die „Moderne Mobilität“.

Wie lässt sich angesichts des demografischen Wandels und sinkender Auslastung von Bussen erreichen, dass die Menschen in „abgehängten“ Teilen des Kieler Großraums dennoch ihr Ziel erreichen können? Die Antwort können sogenannte Rufbussysteme oder Bürgerbusse sein, die dann aber mit dem klassischen Nahverkehr abgestimmt, „vernetzt“ werden müssen.

Ein Grundsatz war allen Beteiligten klar: Die Zeiten isolierten Handelns sind vorbei. Nur gemeinsam – Landeshauptstadt plus Kreis Plön plus Kreis Rendsburg-Eckernförde – könne man gegenüber der Metropolregion im Süden bestehen. Die „gemeinsame Sichtbarkeit“ ist für Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer überlebenswichtig: „Konkurrenzdenken war gestern.“ Die Plöner Landrätin Stephanie Ladwig sieht ebenfalls nur in der regionalen Kooperation die Chance, Profil zu behaupten.

Janet Sönnichsen als Geschäftsführerin der Kiel Region hat neben der Mobilität auch Bereiche wie Tourismus oder Wissenschaft & Forschung auf der Agenda. Fachkräfte und Akademiker in der Region zu halten, gehört zu den Zielen – bislang zieht es jeden dritten Hochschul-Absolventen weg aus Kiel.

Auch das Standortmarketing wurde auf der Konferenz diskutiert. Mit dem Vorschlag, etwa über ein eigenes Intranet die Transparenz zu erhöhen und „Erlebniskisten“ für Grundschüler zusammenzustellen, damit der Nachwuchs die heimische Region besser kennenlernen kann.

Zur kurzweiligen Unterhaltung hatten die Veranstalter den Poetry-Slammer Björn Högsdal eingeladen. Er hatte Strophen wie diese dabei: „Was uns verbindet? Das sind Vielfalt, flaches Land und steife Brisen / weiche Hügel, weiße Strände, roter Klinker, grüne Wiesen / der Humor, wie guter Wein, das heißt ordentlich trocken / im Gegensatz zum Wetter, doch das kann uns nicht schocken!

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