Versicherungsbetrug : Feuer an der Feldstraße: Brandstifter in Haft

Das Feuer fraß sich bis in den Dachgiebel hoch; den Menschen im Haus war der Fluchtweg versperrt.
Das Feuer fraß sich bis in den Dachgiebel hoch; den Menschen im Haus war der Fluchtweg versperrt.

Die Ursache für den Großbrand an der Kieler Feldstraße ist ermittelt. Die Experten haben starke Indizien für einen Versicherungsbetrug gefunden. Drei Beschuldigte sind in Haft. Zwei Täter haben sich offenbar selbst schwer verletzt, als der Dönerladen in die Luft flog.

shz.de von
01. Juli 2015, 10:46 Uhr

Es war kein technischer Defekt, und es war auch kein Brandanschlag von außen. Seit gestern sind die Experten überzeugt: Der schwere Brand an der Kieler Feldstraße wurde absichtlich gelegt. Hintergrund ist offenbar ein Versicherungsbetrug. Drei Männer sitzen bereits in Haft, zwei von ihnen trugen Brandverletzungen davon. Hinweise von Zeugen brachten den Durchbruch bei den Ermittlungen.

Ausgebrochen war das Feuer in der Nacht zum Montag bekanntlich im Dönerladen im Erdgeschoss des Hauses (wir berichteten). Und eben dieser 42-jährige Inhaber soll zwei junge Männer beauftragt haben, das Feuer in seinem Geschäft zu legen. Das gaben die Kieler Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft gestern in einer gemeinsamen Erklärung bekannt. Über die Höhe des Geldbetrages machten sie keine Angaben.

Die beiden 20- und 22-jährigen tatverdächtigen Männer sollen nach dem Stand der Ermittlungen eine brennbare Flüssigkeit im Laden ausgegossen haben. Und zwar „eine größere Menge“, wie es hieß. Nach der Entzündung kam es zu einer explosionsartigen Verpuffung. Dabei sollen sich die beiden Täter selbst schwer verletzt haben.

Das Feuer fraß sich rasend schnell durchs Treppenhaus, den 30 eingeschlossenen Bewohnern war der Fluchtweg versperrt. Über Leitern rettete die Feuerwehr sie von Fenstern und Balkonen. Nur mit Glück kam niemand ernsthaft zu Schaden. Das einsturzgefährdete Haus ist komplett gesperrt. Es ist noch unklar, ob und wann die Bewohner wieder Zutritt erhalten. Sie waren teilweise in Bademantel und Nachthemd geflüchtet – ihr gesamter Besitz befindet sich noch in den Wohnungen.

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