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Nach Leukämie-Erkrankung : Felix blickt wieder nach vorn

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Felix Martey Seth: Der an Blutkrebs erkrankte 21-jährige Kieler Student lebt sich nach einer Stammzelltransplantation wieder zu Hause ein – und schmiedet Zukunftspläne.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2014 | 06:42 Uhr

Auch wenn die Zukunft für ihn noch unsicher ist – eins weiß Felix schon ganz genau. Das erste, was er tun wird, wenn sein Immunsystem nicht mehr mit Medikamenten unterdrückt werden muss, ist – einen Milchshake trinken. Erdbeer, Vanille, Schokolade? „Ganz egal“, sagt Felix Martey Seth. Hauptsache ein Shake vom Fast-Food-Laden. Das hatte er einem Freund gesagt, ganz am Anfang. Darauf hatte er damals Lust. Das will er nachholen. Vielleicht, hofft Felix, vielleicht ja schon im November.

Acht Monate ist es her, dass der 21-Jährige die Diagnose Leukämie erhielt. Den Tag wird er nicht vergessen. Es war der 26. Januar. Seitdem ist viel geschehen. Vier Chemotherapien. Eine Blutvergiftung. Herzprobleme. Eine schwere Zeit.

Aber Felix wirkt nicht enttäuscht vom Leben, von seiner Erkrankung, die ihn aus seinem Wirtschaftsingenieurwesen-Studium an der Kieler Uni gerissen hat, er war gerade im ersten Semester. Die ihn aus den unbeschwerten Tagen mit seiner neuen Freundin gerissen hat, sie waren erst wenige Wochen zusammen. Felix wirkt zwar erschöpft, er ist müde. Seine Blutwerte sind nicht optimal, er muss eine Transfusion bekommen. Felix, der wieder zu Hause bei seiner Mutter in Kiel-Mettenhof wohnt, sagt: „Wenn mir die Leute sagen, dass es knapp war – das empfinde ich nicht so.“ An so etwas habe er nicht gedacht, sondern diese Lebensphase einfach angenommen. Geholfen hat ihm dabei sein Glaube, sagt Felix: „Ich habe von unserem Pastor passende Bibelzitate bekommen und selbst die ganze Bibel durchgelesen.“ Vielleicht hat ihm auch ein kleiner grüner Stein dabei geholfen: „Wir hatten mal eine alte Nachbarin, die ins Krankenhaus kam. Ich hab ihr den Glücksstein mitgebracht.“ Als Felix dann selbst in der Klinik lag, kam die alte Dame an sein Bett. Mit dem Stein. Aber eigentlich glaubt Felix nicht an so was. Und eigentlich, findet er sogar, war es insgesamt eine gute Erfahrung – „wenn alles gut klappt.“ Denn erst nach fünf Jahren ohne Rückfall gilt er als klinisch geheilt.

Was der Kieler damit aber auch meint: Er hat herausgefunden, was ihm wichtig ist: „Gesundheit. Familie. Freunde.“ Felix Martey Seth hat viel Unterstützung erhalten, von seiner Familie, seinen Freuden, seiner Freundin Patriciane (23). Sie engagierten sich, um einen Spender für eine Stammzelltransplantation zu bekommen. Und es wurde eine Spenderin gefunden, eine Frau in den USA (wir berichteten). Im August war es so weit. Eine Infusion. Zwanzig Minuten. „Es war unspektakulär“, erinnert sich Felix.

Die zwei Wochen danach, sagt Felix, waren die Prüfung für ihn. Hoffen, dass die Zellen anwachsen. Dass der Körper sie nicht abstößt. Die Infektionsgefahr. Zurzeit muss er zweimal pro Woche in die Klinik. Blutuntersuchungen, Medikamente, Arztgespräche. Zurzeit lebt er in den Tag hinein. Bis die Ärzte ihm mehr erlauben. Den Milchshake zum Beispiel. Für die Zukunft hat er auch schon Pläne: „Ich will wieder studieren.“

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