Holstein-Party : Feiern gegen die Trauer um verpassten Kieler Bundesliga-Aufstieg

Herzliche Begrüßung: Ministerpräsident Daniel Günther im extra für den Empfang gefertigten Holstein-T-Shirt (Aufschrift: Holstein-Helden – immer erstklassig) und der Kieler Trainer Markus Anfang.

Herzliche Begrüßung: Ministerpräsident Daniel Günther im extra für den Empfang gefertigten Holstein-T-Shirt (Aufschrift: Holstein-Helden – immer erstklassig) und der Kieler Trainer Markus Anfang.

Rund 1400 Holstein-Fans haben das Überraschungsteam der zweiten Liga gefeiert.

shz.de von
22. Mai 2018, 20:37 Uhr

Kiel | Rund 1400 Fans haben ihre Zweitliga-Helden von Holstein Kiel auf dem Kieler Rathausplatz gefeiert. Einen Tag nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg nahmen Verein und Fans bei der Saison-Abschlussfeier aber auch Abschied. Erfolgscoach Markus Anfang zieht es zum 1.

FC Köln. „Es ist natürlich wahnsinnig schwer, wenn man sich nicht mit einem Sieg verabschieden kann“, sagte der Trainer. „Das war das, was wir uns alle gewünscht haben.“ „Wir haben einen Trainer, der außergewöhnliche Fähigkeiten hat“, sagte Sportchef Ralf Becker, der selbst beim Bundesliga-Absteiger Hamburger SV im Gespräch ist. Einzeln wurden die Spieler des Zweitliga-Aufsteigers unter dem Applaus der Fans auf der Bühne vor dem Rathaus begrüßt. Mehrfach unterbrachen „Markus Anfang“-Sprechchöre die Rede des Coaches.

Aber nicht nur Anfang verlässt die Störche. Die Ausleihe einer Reihe von Spieler läuft am Saisonende aus, darunter Aaron Seydel (Mainz 05), Tom Weilandt (VfL Bochum) und auch die von Zweitliga-Torschützenkönig Marvin Ducksch (FC St. Pauli). Erwartet wird auch der Abgang des einen oder anderen Stammspielers der Überraschungsmannschaft der Saison.

Nicht nur auf die Kaderplaner der KSV Holstein kommt in der Sommerpause Arbeit zu. Auch in Sachen Stadionausbau soll es weitergehen. Bereits im vergangenen Sommer finanzierten Land, Stadt und Verein den Ausbau der Osttribüne des Holstein-Stadions für gut zehn Millionen Euro, um auf das in der 2. Bundesliga geforderte Fassungsvermögen von 15.000 Plätzen zu kommen.

Stadion soll größer werden

Die Landesregierung unterstützt den geplanten Ausbau des Stadions mit weiteren zehn Millionen Euro - vorausgesetzt Stadt und Sponsoren beteiligen sich in jeweils mindestens gleicher Höhe. „Wir wollen dauerhaft Bundesliga-Fußball in Schleswig-Holstein möglich machen“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Holstein Kiel habe das Land in den vergangenen Wochen in ein wahres Fußball-Fieber versetzt. „25.000 bis 28.000 Zuschauer, das ist die Größe des Stadions, das wir uns wünschen“, sagte Holstein-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke.

Bislang hat das Stadion eine Kapazität von 12.000 Zuschauern. Der Verein hofft, in den kommenden drei bis fünf Jahren mit dem Ausbau fertig zu sein. Dafür reichen weitere 30 Millionen Euro aber nicht.„70 Millionen Euro würde es kosten, wenn man komplett ausbaut“, sagte Schwenke.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer bezeichnete den Kabinettsbeschluss als erfreuliches Signal. „Neben dem bereits beschlossenen Umbau der Osttribüne wird der Bebauungsplan von der Stadt weiter mit Hochdruck erstellt, um einen Totalumbau des Stadions grundsätzlich zu ermöglichen“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Die Störche hatten den Aufstieg in die Bundesliga in zwei Relegationsspielen gegen den VfL Wolfsburg (1:3, 0:1) verpasst. Kiel spielt auch in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga. Als Nachfolger für Anfang soll laut „Sport Bild“ bereits Tim Walter, bisher U23-Coach von Bayern München, feststehen. Der Verein wollte die Personalie nicht kommentieren.

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