U-Boote : Fehlinformation: Marine erhebt Vorwürfe gegen Bund der Steuerzahler

Das neue hochmoderne U-Boot „U36“.

Das neue hochmoderne U-Boot „U36“.

Der Inspekteur der Marine sagt, dass drei von sechs U-Booten seetüchtig seien. Der Steuerzahler-Bund sprach von keinem.

shz.de von
07. November 2018, 14:13 Uhr

Rostock/Kiel | Die Marine hat dem Bund der Steuerzahler vorgeworfen, über die Einsatzfähigkeit der deutschen U-Boote falsche Angaben gemacht zu haben. „Drei von sechs U-Booten der Deutschen Marine können derzeit zur See fahren“, sagte der Sprecher des Inspekteurs der Marine, Kapitän zur See, Johannes Dumrese, am Mittwoch in Rostock.

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Einsatzbereit sind laut Verteidigungsministerium zwei U-Boote. „Im nächsten Jahr werden voraussichtlich vier U-Boote zur Verfügung stehen“, sagte Dumrese. „Dies ist der Normalfall, weil der Betrieb der U-Boote einen Turnus aus Werftliegezeit, Einsatzausbildung und Einsatz erfordert.“

Der Bund der Steuerzahler hatte in seinem am Dienstag veröffentlichten Schwarzbuch kritisiert, kein deutsches U-Boot sei einsatzbereit, es fehle an Ersatzteilen und Reparaturkapazitäten.

Es sei sehr irritierend, wenn der Bund der Steuerzahler für sein Schwarzbuch auf einen neun Monate alten Sachstand zurückgreife, kritisierte Dumrese. Im Oktober 2017 hätten tatsächlich alle sechs U-Boote in der Werft oder im Marinestützpunkt auf ihre Instandsetzung gewartet. Dies habe unter anderem an mangelnden Ersatzteilen und fehlenden Werftkapazitäten gelegen.

Inzwischen sei die Beschaffung eines Ersatzteilpaketes für alle U-Boote eingeleitet worden. Ein Instandsetzungsrahmenvertrag mit der Industrie führe außerdem zu einer besseren Planbarkeit der Werftliegezeiten. „Beides zusammen erhöht ganz offensichtlich die Verfügbarkeit der U-Boote für die Marine“, erläutert der Sprecher des Inspekteurs.

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