Kieler Woche : Faszination Seifenkiste – Rennen in Kiel

Hier zeigt er sein allererstes Lenkrad seiner Kiste namens „Flower-Power“.
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Hier zeigt er sein allererstes Lenkrad seiner Kiste namens „Flower-Power“.

Nach zwei Jahren ohne das traditionelle Kieler-Woche-Rennen in der Bergstraße wird es jetzt von der Kfz-Innung wiederbelebt. Wer Lust hat, kann sich noch eine Kiste bauen und bis Ende Mai anmelden. Tim-Carlo Päpke (11) kann es kaum erwarten, endlich zu starten.

shz.de von
28. März 2014, 04:57 Uhr

Tim-Carlo Päpke (11) ist begeistert von vielen Dingen, denen die Mehrzahl der Kinder in seinem Alter wohl eher noch nichts Spannendes abgewinnen können: die Konstruktion von elektrischen Vogelscheuchen, das Programmieren kleiner Roboter, die eigene Homepage oder Trickfilmgestaltung und lange Radtouren – „90 Kilometer schafft er locker“, sagt sein Vater.

Aber eine Sache, die begeistert ihn, ebenso wie viele andere Jungs: die Seifenkiste. Tim-Carlo: „Ich habe 2010 beim Rennen in der Bergstraße zugeschaut und fand das einfach nur toll.“ Zuhause angekommen, machte er mit seinem Vater Michael erste Pläne. Auch der Opa aus der Nähe von Neckarsulm (Baden-Württemberg) wurde eingeweiht und war „Feuer und Flamme“. „Wir haben sie nach dem Modell der ‚Orscheler Kist‘ gebaut“, erzählt der Elfjährige. Der Opa baute das Gestell und nach zwei Wochen Zusammenarbeit in den Ferien konnte Tim-Carlo die ersten Probefahrten machen – „und das Gefälle bei Opa ist wesentlich besser als hier“. In Kiel konnte Tim-Carlo in seiner „Flower-Power“, wie die Kiste heißt, nur 2011 am Rennen teilnehmen. „Das Jahr danach fiel es aus und 2013 hat es die Sparkasse nicht mehr gemacht.“

Doch als Hans Hansen, Obermeister der Kfz-Innung Kiel-Neumünster, erfährt, dass es nach 26 Jahren Seifenkisten-Rennen der Förde-Sparkasse zur Kieler Woche keines mehr geben soll, macht er sich innerhalb der Innung stark. Hansen: „Ich dachte, das ist doch perfekt für uns und passt viel besser als zu einer Sparkasse. Ein aussterbender Beruf sucht immer dringend Nachwuchskräfte und so haben wir die Verbindung zu jungen Menschen, die richtig Spaß am Fahren haben.“ Hansen freut sich, über die riesige Resonanz, die seine Zusage hatte. So haben sich beispielsweise die Eltern von Tim-Carlo bereit erklärt, die ganzen Anmeldungen entgegen zunehmen. Henry Hildebrandt, der seit Jahrzehnten Kisten-Rennen in Laboe organisiert, ist der Rennleiter und der Motorsportclub Nordmark ist ebenfalls Mitorganisator und stellt die ganze Technik zur Geschwindigkeitsmessung sowie die Rampe.

Aktuell gibt es sechs Anmeldungen, bis zu 40 Fahrer sollen zugelassen werden. „Wir bieten vier Rennen pro Kiste, die auch auf zwei Fahrer aufgeteilt werden können“, sagt Päpke. Und er ergränzt: „Sich eine zu bauen, klappt locker bis zum Anmeldeschluss am 28. Mai.“ Erlaubt ist alles, was vier Räder, keine scharfen Kanten und eine Fußstütze hat; um auf der rund 230 Meter langen Piste zu fahren. Die Fahrer können von 8 bis 99 Jahre alt sein. Der Tüv prüft vor Ort die Kiste und lässt sie zum Start zu. In der Startgebühr (5 Euro) ist die Verpflegung enthalten. Tim-Carlo freut sich auf den 29. Juni: „Es wird riesig.“ Mit Sicherheit nicht nur für die Fahrer, sondern auch für das Publikum.


Infos und Anmeldung unter www.seifenkiste-kiel.de

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