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Landgericht Kiel : Familienstreit: Heute Urteil erwartet

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Er soll seinem Sohn mit einem Steak-Messer aufgelauert und gedroht haben, ihn umzubringen: Am Montag soll das Urteil gegen den 55-Jährigen fallen.

Kiel | Versuchter Mord, in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung: Der Staatsanwalt sah die Vorwürfe gegen einen 55-Jährigen bestätigt und forderte acht Jahre und zwei Monate Haft. Der aus Kasachstan stammende mutmaßliche Täter soll seinem Sohn am 25. August vergangenen Jahres vor dessen Haus in Wahlstedt aufgelauert haben. Er sprang der Anklage zufolge ins Auto des Sohnes, zückte ein Steakmesser mit Zehn-Zentimeter-Klinge – und richtete es auf den 32-Jährigen. Weil der Vater stark alkoholisiert war, konnte das Opfer sich wehren – mit leichten Blessuren gelang dem Sohn die Flucht. Am Montag soll das Urteil im Prozess im den Mordversuch in fallen.

Aus „Verärgerung, Zorn und Hass darüber, dass die Familie auseinanderbrach“, habe der Mann aus Wahlstedt (Kreis Segeberg) die Messer-Attacke gegen den eigenen Sohn (32) geplant, per SMS angekündigt – und im Sommer letzten Jahres ausgeführt, argumentierte der Anklagevertreter am vergangenen Mittwoch vor der 8. großen Strafkammer im Kieler Landgericht. Besonders ein „SMS-Bombardement“ des Angeklagten gegen Mitglieder seiner Familie vor der Tat wertete der Staatsanwalt als aussagekräftig. Mit Sätzen wie „Versteckt euch, ich stech’ euch alle ab!“ oder „Du musst sterben, ich habe keine Angst vor dem Gefängnis“ hatte der aus Kasachstan stammende Täter Ehefrau und jüngerer Tochter gedroht, sich zwischendurch aber auch entschuldigt.

Der Vertreter der Nebenklage schloss sich der Forderung der Staatsanwaltschaft an. Der Verteidiger plädierte auf eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten mit dreijähriger Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung.

Die Anklage beschreibt die Situation, aus der der Angeklagte keinen anderen Ausweg sah, als einen regelrechten Kleinkrieg innerhalb der Familie. Auf der einen Seite stehen Vater und ältere Tochter (29), die ihren Vater im Zeugenstand in Schutz nahm („Ich glaube nicht, dass er meinen Bruder umbringen wollte“). Auf der anderen Seite stehen Ehefrau sowie jüngere Tochter und Sohn. Die gewaltsamen Streitigkeiten, vor allem um Geld und eine Trennung des Ehepaares, gipfelten wenige Wochen vor der Tat in einem Annäherungsverbot des Vaters gegenüber Ehefrau und jüngerer Tochter. Sie eskalierten schließlich in dem Messer-Angriff gegen den Sohn.

Der Sohn war in den Augen des Angeklagten dafür verantwortlich, dass er selbst von Ehefrau und jüngerer Tochter verlassen wurde und auch finanziell vor dem Nichts stand. Unter anderem hatte die Ehefrau zugegeben, hinter dem Rücken ihres Mannes in dessen Namen einen Kreditvertrag über 5000 Euro abgeschlossen zu haben – auch die Unterschrift hatte sie gefälscht. Der Sohn hatte später Mutter, die jüngere Tochter sowie deren kleinen Sohn bei sich aufgenommen.

Der Angeklagte hatte zum Prozessauftakt aber jede Mordabsicht bestritten. „Ich wollte ihm nur Angst einjagen. Ich wollte ihn nicht töten“, sagte er über den Angriff auf seinen Sohn.

Im Prozess wurde durch die Aussage eines psychiatrischen Gutachters deutlich, dass der Angeklagte wohl alkoholabhängig und eher „einfach strukturiert“ sei. Vor allem unter Alkoholeinfluss werde der Mann aggressiv und gewaltbereit. Starke Stimmungsschwankungen traten zudem bei ihm auf – manifestiert etwa in den inhaltlich schwankenden SMS-Nachrichten an die Familie. Diese hätten Stalking-Qualitäten.

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erstellt am 24.02.2014 | 07:00 Uhr

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