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„ZipEx-Theatergruppe“ feiert Premiere : „Familienbande“ deckt Generationenkonflikte auf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

von
erstellt am 28.Mai.2017 | 12:21 Uhr

Es ist eine Geschichte aus dem Leben, wie sie teilweise jede Familie kennt – Doch das Theaterstück „Familienbande“ ist trotzdem etwas Besonderes. Nicht nur, weil die Arbeit an „Familienbande“ ganze eineinhalb Jahre bis zum fertigen Produkt brauchte. Oder weil die acht Laiendarsteller der „ZipEx-Theatergruppe“ allesamt Patienten und Mitarbeiter des Zentrums für Integrative Psychiatrie (ZiP) sind. Besonders bemerkenswert ist dagegen, dass die Geschichte, die Dialoge und die Musik des Stückes sämtlich aus der Feder des Ensembles selbst stammen. „Wir entwickeln die Szenen durch Improvisation“, erklärt Ursula Wieland, „jeder bringt seine Ideen ein.“ Erst dann werden Handlung und Dialoge schriftlich festgehalten.

„Familienbande“ handelt von einem Familientreffen. Geschwister, Eltern und Großeltern finden sich im kleinen Ort Kesselburen ein – mit gemischten Gefühlen, denn zum Teil sind die Verhältnisse im Laufe der Jahre zerrüttet. „Aber es gibt ein Lockmittel, dem sie folgen“, verrät Regisseurin Linda Stach: „Das Testament der verstorbenen Ur-Großeltern.“ Doch dieses gerät fast zur Nebensache, wenn Erinnerungen zwischen Schwestern oder Eheleuten ausgepackt und alte Wunden aufgerissen werden.

„Familienbande“ vereint Komödie und Tragödie, erklärt Ursula Wieland: „Wir decken auf, was sich in mehreren Generationen abspielt.“ Die Geschichte verpackt private Erlebnisse ebenso wie erdachte Szenen der Darsteller, berichtet Katharina Günther: „Klar hat jeder Probleme in seiner Familie. Aber wir haben auch geguckt, was an Charakteren spannend wäre.“

2004 wurde die Theatergruppe vom damaligen Klinik-Direktor im ZiP, Prof. Dr. Josef Aldenhoff, gegründet. „Das Besondere war“, erinnert sich Irmhild Haß, „dass nicht nur Patienten, sondern auch die Angestellten, also Sekretärinnen, Therapeuten und Professor Aldenhoff selbst, mit gemacht haben.“

Vor vier Jahren ist das Theaterprojekt allerdings eingespart worden, sagt Linda Stach. Seither unterstützt die Gesellschaft für soziale Hilfen in Norddeutschland (GSHN) die Theaterfreunde finanziell wie räumlich. „Und Elke Martens, eine sehr engagierte Dame, geht für uns jedes Jahr auf Sponsorensuche“, so Stach.

Trotz wöchentlicher Proben dauerte die Vorbereitung des aktuellen Stücks eineinhalb Jahre. Drei Darsteller mussten die Gruppe aus gesundheitlichen Gründen verlassen, „und dadurch brachen auch drei Rollen weg“, erklärt Linda Stach, „darum mussten wir das Drehbuch ändern.“ „Familienbande“ ist bereits das dritte Stück, das gemeinsam mit Regisseurin Linda Stach entsteht. Und es ist das erste Stück für „Küken“ Frederike Haß. „Es macht richtig Spaß hier“, erklärt sie. „Ich bin zwar aufgeregt, versuche aber nicht daran zu denken, dass bald Premiere ist.“

Die ist nämlich schon am morgigen Dienstag, um 19 Uhr im Kultur Forum Kiel, Andreas-Gayk-Straße 31. Karten gibt es für 7 Euro (erm. 5 Euro) über Tel. 0431  /  901  3400. Weitere Vorstellungen gibt die „ZipEx-Theatergruppe“ am 6. und 8. Juni, ebenfalls um 19 Uhr im Kultur Forum.

 

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