zur Navigation springen

Kommentar : Fall Susanne Gaschke: Armes Kiel!

vom

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen die frühere Kieler Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke wegen Verdachts der Untreue eingestellt. Ein Kommentar von Margret Kiosz.

Juristisch hat Kiels Ex-Bürgermeisterin Susanne Gaschke mit der Einstellung des Ermittlungsverfahrens einen Persilschein erster Güte erhalten. Sie hat der Stadt nicht absichtlich einen Schaden zugefügt. So weit so gut. Das ändert aber nichts daran: Ihr politisches Handeln war höchst unklug. Dass sie mit ihrem einsamen Entschluss, dem extravaganten Augenarzt Uthoff Steuern in Millionenhöhe zu erlassen, Empörung auslösen würde, hätte die angeblich so kluge Ex-Zeit-Journalistin wissen müssen. Ihr Umgang mit diesem Skandal zeigte dann: Sie hat weder das politische Format noch die persönliche Größe für den OB-Sessel. Ihr Rücktritt ist und bleibt deshalb ein Segen für Kiel.

Ob mit Ulf Kämpfer der richtige Nachfolger im Rathaus sitzt, ist jedoch fraglich. Als Jurist hat er gestern ein mehr als schwaches Bild abgegeben, als er sich die „Ente“ des Amtsgerichts zu eigen machte, unter Gaschkes Eilentscheidung fehle ihre Unterschrift, der Steuererlass sei deshalb nicht wirksam. Armes Kiel! Ein solch dilettantisches Vorgehen lässt Schlimmes für den weiteren Steuerfall Uthoff befürchten. Auch für Ministerpräsident Albig und seine Truppe ist der Fall Gaschke noch nicht ausgestanden. Zurecht legt seine gefallene „Parteifreundin“ jetzt den Finger in die Wunde und erinnert daran, dass Albig exakt den gleichen Steuervergleich mit Uthoff prüfen ließ. Anders als Gaschke hat er jedoch keine Fakten geschaffen und nicht unterschrieben. Um so dringender muss die Frage beantwortet werden, warum Albig als angeblicher Anwalt des kleinen Mannes in seiner Amtszeit im Rathaus bei dem Millionär nicht das kassiert hat, was dem Staat zusteht.

zur Startseite

von
erstellt am 15.Mai.2014 | 07:50 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen