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Umfrage : Fahrgäste geben der KVG „glatte 2“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt Kiel veranlasste im vergangenen Herbst die Befragung von Kunden über deren Zufriedenheit. Knackpunkte waren Pünktlichkeit und gute Anschlüsse.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2015 | 20:30 Uhr

Sie wollen mit dem Bus im Stadtgebiet pünktlich ankommen, günstig fahren – und möglichst selten umsteigen, die Fahrgäste der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG). Das leistet das Unternehmen im Durchschnitt insgesamt „gut“. Das ergibt sich aus einer Umfrage zur Kundenzufriedenheit im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Landeshauptstadt. Zum fünften Mal in Folge hat die Stadt Kiel die Bus-Gäste befragen lassen. Im vergangenen Herbst rückten Interviewer einer bayrischen Firma zwischen Oktober und Anfang Dezember aus. Aus exakt 2641 Interviews ergibt sich für das Jahr 2014 eine Gesamtnote von 2,07, teilte die Stadt mit. Damit liegt die Zufriedenheit minimal über dem Schnitt von 2013 (2,10). Sabine Schirdewahn ist Werkleiterin des städtischen Eigenbetriebs Beteiligungen (EBK), dessen Tochterunternehmen die KVG ist. Sie zog eine „positiv gedämpfte“ Bilanz: „Wir dürfen uns nicht darauf ausruhen. Es gibt genug, woran wir arbeiten müssen.“

Die Befragten konnten in mehreren Kategorien wie Zuverlässigkeit, Personal und Angebot Schulnoten zwischen 1 und 5 verteilen. Auch wenn der Bereich Pünktlichkeit mit der Note 1,79 recht gut abschnitt – die Stadt wird ihn aufgrund der Wichtigkeit für die Kunden ebenso beobachten wie die Entwicklung des Preis-Leistungs-Verhältnisses und des sicheren Anschlusses bei Umsteigeverbindungen. Denn die schlechteste Note – 2,9 – erhielt das Preis-Leistungs-Verhältnis. „Da hat noch keiner gesagt, das ist okay“, berichtete Sabine Schirdewahn. Da die Tarife aufgrund der schlechten Kassenlage der Stadt nicht gesenkt werden könnten, denke man über eine Angebots-Verbesserung nach, so Schirdewahns Kollegin Wiebke Bonow, im EBK zuständig für den ÖPNV. Soll heißen: mehr Fahrten. Aber auch dafür müsse man Geld in die Hand nehmen. „Ein neuer Bus inklusive Betriebskosten und Personal kostet 200  000 Euro“, erklärte Bonow. Auch die Anschluss-Sicherheit bewegt sich mit einer 2,7 in einem Feld, dem Bonow sich stärker zuwenden will. Beispielsweise könnte man am besseren Informationsfluss unter den Busfahrern arbeiten, hieß es.

Die KVG beschäftigt 400 Busfahrer. Wenn Klagen kommen, beziehen sie sich häufig auf das Personal. „Jeden Monat erhalten wir 80 Beschwerden“, sagte Wiebke Bonow. Ein Beschwerde-Management kümmere sich darum. Mit den Fahrern werde „sehr intensiv“ gearbeitet, auch in Schulungen zu Schwerpunkt-Themen.

Die KVG erhielt vom EBK im Jahr 2014 39,4 Millionen Euro als Verkehrsentgelt und zahlte im Gegenzug Fahreinnahmen von 32 Millionen Euro zurück. Trotz Zuschüssen vom Land bleibt für den EBK und damit die Stadt ein Defizit übrig, das nach Angaben von Sabine Schirdewahn wieder wächst und den Haushalt belastet: „Der ÖPNV wird aber nie kostendeckend sein.“ Bei hoher Kundenzufriedenheit winkt der KVG übrigens ein Bonus von 167  000 Euro brutto als Kapitalrendite.

Geschätzt 120  000 Fahrgäste auf 6000 Fahrten befördern die 169 KVG-Busse jeden Tag. Im Jahr sind es mehr als 32 Millionen Passagiere. Der durchschnittliche Fahrgast ist 35,4 Jahre alt und weiblich. Fast jeder fünfte befragte Fahrgast kam aus dem Umland.

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