Vandalismus in Kiel : Fähranleger Falckenstein für mehrere Stunden gesperrt

Die Fähre zieht an Falckenstein vorbei: Weil an beiden Dalben ein Sicherungsbolzen fehlte, blieb der Anleger gesperrt.
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Die Fähre zieht an Falckenstein vorbei: Weil an beiden Dalben ein Sicherungsbolzen fehlte, blieb der Anleger gesperrt.

Unbekannte hatten zwei Sicherungsbolzen an Dalbenschlössern entfernt. Urlauber warteten gestern vergeblich aufs Schiff. Dank schneller Reparatur gab es am Nachmittag Entwarnung.

shz.de von
22. Juli 2015, 06:05 Uhr

Die Schiffe der Linie F1 machten einen Bogen um Falckenstein: Urlauber und Fahrgäste, die dort gestern die öffentliche Fährverbindung zwischen dem Falckensteiner Strand auf dem Westufer und Laboe auf dem Ostufer der Kieler Förde nutzen wollten, mussten wieder umkehren, Passagiere an Bord in Friedrichsort aussteigen. Kurzfristig hatte die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) am Morgen mitgeteilt, dass der Anleger Falckenstein „nicht mehr angelaufen werden kann“ – wegen Vandalismus. Immer wieder ist Zerstörungswut ein Problem an den Anlegern, wie die SFK berichtet. Zuletzt mussten mehrfach entwendete Rettungsringe und -Stangen ersetzt werden. Die Gefährdung des Anlegepontons hatte größere Folgen.

Fünf von zwölf Anläufen fielen gestern bis zur Entwarnung am Nachmittag aus, drei Richtung Laboe und zwei in Gegenrichtung. Weil es weder Hinweisschilder noch Absperrbänder gab, glaubten betroffene Urlauber wie Adelheid Diehl (80) aus Bonn an eine „Falschmeldung“. Denn von Vandalismus war – bis auf beschmierte Scheiben am Unterstand – erst auf den zweiten Blick etwas zu sehen.

Was war passiert? In der Nacht zu Dienstag hatten Unbekannte zwei von vier Sicherungsbolzen der Dalbenschlösser entfernt, teilte SFK-Sprecherin Andrea Kobarg mit: „Einer lag auf dem Meeresgrund, der andere war unauffindbar.“ Durch die fehlenden Bolzen war der Ponton nicht gesichert. Denn die rund zwölf Kilogramm schweren und 36 Zentimeter langen Stahlteile halten große Stahlklammern an den Dalben. Es ist nach SFK-Angaben die wichtigste Sicherung der Verbindung des tonnenschweren Pontons mit der festen Brücke. „Dadurch war ein Anfahren mit dem Schiff aus Sicherheitsgründen nicht möglich“, so Kobarg. Ein Rätsel sei noch, wie der oder die Täter die Bolzen entfernen konnten. Das gelinge nur mit Werkzeug oder viel Kraft, hieß es. Die Lindenau Werft in Friedrichsort fertigte in kürzester Zeit einen Ersatz-Bolzen an, der zusammen mit dem im Wasser gefundenen Teil bis zum Nachmittag eingebaut wurde. Ab 14.40 Uhr wurde Falckenstein wieder angelaufen. Die Schadenshöhe ist laut SFK noch unklar.

Es war nicht der erste Fall von Vandalismus an dem Anleger. Im vergangenen Herbst waren Dalben, Ponton und Unterstand mit Graffiti beschmiert worden. Am häufigsten seien an allen Fähranlegern fehlende Rettungsmittel zu beklagen, hieß es. An zweiter Stelle steht das Zerstören von Beleuchtung. Danach folgen Graffiti.

Für 1,26 Millionen Euro hat die Stadt mit Fördermitteln des Landes den Falckensteiner Anleger vor fünf Jahren saniert und einen befestigten Strandsteg von der Promenade zur Brücke gebaut. Der barrierefreie schwimmende Ponton kann sich Wasserstand und Fördeschiffen anpassen.

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