zur Navigation springen

Intensive Munitions-Suche : Fähr-Anleger wird nicht zur Kieler Woche fertig

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Kampfmittel-Prüfung war langwieriger und wird deutlich teurer als erwartet: Die Stadt Kiel kann nun den Zeitplan für den Neubau der Reventloubrücke nicht einhalten. Jetzt peilt sie die Inbetriebnahme für Mitte August an.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2015 | 06:07 Uhr

Wer in den letzten Monaten mit einer der öffentlichen Fähren über die Kieler Förde geschippert ist, der weiß: Der große Anleger am Landeshaus an der Reventlouallee ist nicht mehr da. Für rund 4,6 Millionen Euro wurde die Reventloubrücke seit dem vergangenen Sommer abgerissen und wird durch einen barrierefreien Neubau ersetzt. Schon zu Beginn der Bauarbeiten gab es Verzögerungen und verwirrte Kunden, die nicht wussten, wie sie auf die Schiffe kommen. Das ist geklärt. Die Blücherbrücke 300 Meter weiter nördlich fungiert als Ersatzanleger. Doch es gibt neue Verzögerungen. Die Überprüfungen auf alte Kampfmittel in der Förde haben viel länger gedauert. Das bedeutet: Die Kosten allein dafür haben sich von eingeplanten 100  000 Euro (brutto) auf 400  000 Euro vervierfacht. Die übrigen Mehrkosten stehen noch nicht fest.

Nun eins ist schon klar: Die Stadt kann den Anleger nicht, wie geplant, vor der Kieler Woche in Betrieb nehmen. Sondern voraussichtlich erst zwei Monate später.

Noch vor drei Wochen klang das ganz anders: Die Brücke sollte, so gaben die städtischen Planer bekannt, bis zur Kieler Woche im Juni fertig sein. Zu dem Zeitpunkt waren die Arbeiten zum Neubau bereits in vollem Gang. Spundbohlen wurden in den Förde-Boden gerammt, neue Dalben kamen hinzu. Diese sollen die drei je 32 Meter langen miteinander verbundenen Pontons halten, aus denen die Brücke bestehen wird.

So weit, so gut. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer setzte allerdings bereits am 10. Februar eine Geschäftliche Mitteilung auf, die gestern Abend auf der Tagesordnung des Wirtschaftsausschusses stand. In dem Schreiben gibt er bekannt, dass der Anleger „mit hoher Warscheinlichkeit“ nun doch erst Mitte August betriebsbereit sein werde. Anfang Februar sei nicht klar gewesen, wie sich die Baumaßnahme entwickeln würde, hieß es dazu gestern aus dem Rathaus. Sprecher Joachim Kläschen: „Die Hoffnung der Beteiligten hat sich im Laufe der ersten Monatshälfte endgültig zerschlagen.“

Grund: Im Laufe der Kampfmittel-Suche „hat sich gezeigt, dass die notwendigen Arbeiten in ihrer Intensität und Dauer in keinster Weise vor Baubeginn abschätzbar sind.“ Aufgrund der erheblichen Eingriffe der Kampfmittelräumer in den Bauablauf sei ein mehrwöchiger Zeitverzug im engen Terminplan entstanden. Denn die Abrissarbeiten mussten oft unterbrochen werden. Fazit der Suche: An vier Verdachtspunkten wurde Material alter Anlegerbauwerke und von Schiffen wie Dalben und Tauwerk gefunden. Und tonnenweise Schrott. An einer Stelle fand sich eine Stabbombe, die allerdings nicht mehr scharf war. Erst seit Mitte Februar laufen die Arbeiten ungestört.

Das heißt: Rund um den Anleger wird zur Kieler Woche noch Baustelle sein. Kämpfer sichert zu, dass die Promenade geräumt und die Reventlouwiese „weitgehend“ frei sein wird. Die Wiese ist Veranstaltungsfläche. „Alle geplanten Aktivitäten im Bereich Kiellinie und Reventlouwiese können uneingeschränkt stattfinden“, betont Kläschen. Weitere Frage: Ein Anleger fehlt nun, an dem während der zehn Tage regelmäßig Traditionssegler festmachen. Dazu sagt Kläschen: „Die seeseitigen Segelliegeplätze am Anlieger sind noch nicht vermietet.“ Für die übrigen Liegeplätze gebe es Ausweichmöglichkeiten in anderen Sporthäfen. Und weiter: „Es handelt sich lediglich um insgesamt 18 betroffene Liegeplätze, was im Verhältnis zum gesamten Platzangebot vergleichsweise wenig ist.“



zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen