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Externe Beratung für HSH kostet Länder 30 Millionen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Consulting-Firmen verdienen seit 2009 am Nordbank-Desaster – bis zu 12 000 Euro pro Tag

Guter Rat ist teuer, vor allem wenn die HSH Nordbank im Spiel ist. Schleswig-Holstein und Hamburg lassen sich solchen Rat jedes Jahr Millionen kosten. Das geht aus der Antwort von Finanzministerin Monika Heinold auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Abgeordneten Heiner Garg hervor. Seit 2009 kauften Hamburg und Schleswig-Holstein danach für mehr als 30 Millionen Euro Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der HSH Nordbank ein. Allein in diesem Jahr waren es fast sechs Millionen Euro für die Rechts- und Strategieberatung dreier Consulting-Unternehmen. Mittel aus dem Landeshaushalt flossen dafür nicht. Beglichen wurden die Honorare über den „HSH finanzfonds“ (finfo), der 2009 von Hamburg und Schleswig-Holstein zur Rettung des Instituts vor dem wirtschaftlichen Untergang gebildet worden war. An den Fonds zahlt die Bank jährlich 400 Millionen Euro Provision für eine 10-Milliarden-Euro-Garantie der beiden Länder.

Nach Angaben des Finanzministeriums zahlten beide Länder einem Unternehmen allein für eine Rechtsberatung binnen eines Jahres fast 2,9 Millionen Euro. Bei den von der Regierung zu Grunde gelegten 20 Beratertagen im Monat entspricht dies einem Tagessatz von gut 12 000 Euro. Ein Insider nannte solche Summen „abartig“.

Inhalt der Beratungen sei eine „Reihe von strategischen, garantievertraglichen und bankfachlichen Fragestellungen“ im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der Bank gewesen, heißt es in der Antwort weiter. Dazu gehört etwa das rechtlich hoch komplizierte EU-Beihilfeverfahren, bei dem es um die Ländergarantien für die Bank geht. Die waren Mitte 2013 wieder von sieben auf 10 Milliarden aufgestockt worden. Der „Segen“ der EU-Kommission dazu steht noch aus.

In einem Fall kündigten beide Länder um die Jahreswende der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG), die bis dahin für die „Wirtschafts- und Strategieberatung“ tätig war. Grund: BCGH beriet zugleich die HSH Nordbank. Jetzt hat Bain & Company das Mandat. Honorar laut Landesregierung: 2,436 Millionen Euro.

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erstellt am 08.Sep.2014 | 16:36 Uhr

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