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Forschungszentren : Experimente auf eigene Faust

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel startet mit einem Netzwerk aus Schülerforschungszentren in die Nachwuchsförderung. Elf Schulen aus dem Norden nehmen an dem Projekt teil.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2017 | 17:39 Uhr

Männer in weißen Kitteln zwischen Reagenzgläsern, in denen verschiedenste Flüssigkeiten brodeln. So stellen sich viele Menschen wissenschaftliches Arbeiten vor. Mit einem neuen Konzept will die Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) gegen die Vorurteile kämpfen und mehr junge Menschen für Wissenschaft begeistern. Ein Netzwerk aus Schülerforschungszentren soll die Jugend an die Wissenschaft heranführen. Finanziell unterstützt wird das Netzwerk mit 1,9 Millionen Euro von der Joachim-Herz-Stiftung.

„Wir haben mit starken Stereotypen zu kämpfen“, sagte CAU-Vizepräsidentin Ilka Parchmann. Das neue Projekt soll die Vielfalt der Wissenschaft ins Land tragen. „Wissenschaftler stehen nicht mehr nur im Labor. Es wird auch viel an Computern modelliert und getestet“, so die Vizepräsidentin. In elf Schulen an fünf Standorten haben die Schüler zukünftig die Möglichkeit, zu experimentieren und eigenständig Forschungsaufgaben zu bearbeiten. Als Vorbild galt die Kieler Forschungswerkstatt, die am Donnerstag ihr fünfjähriges Jubiläum feierte.

„Wir wollen einen Raum für die Schüler schaffen, in dem sie sich ausprobieren können“, so Ilka Parchmann. Es sei aber genauso wichtig, den Jugendlichen das Gefühl zu geben, dass es in Ordnung ist, wenn sie sich für die „Mint“-Fächer begeistern. Die Abkürzung steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. „Die Schüler sollen die Chance bekommen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.“

Bei der Auftaktveranstaltung am Donnerstag waren einige Schüler zu Gast, die ihre Projekte vorstellten. Unter ihnen Finn Pohlmann und Nele Sophie Carstensen aus Husum. Sie nahmen bereits im vergangenen Jahr an einem architektonischen Wettbewerb teil, bei dem sie eine Rampe entwarfen. „In diesem Jahr wollen wir wieder mitmachen“, verriet Nele Sophie. „Diesmal müssen wir eine Brücke entwerfen.“ Sie selbst hat sich schon immer für Architektur interessiert, ihr Mitstreiter ist leidenschaftlicher Modellbauer. Der Anstoß für die Zusammenarbeit kam von einem Lehrer ihrer Schule. „Er war ganz neu bei uns und hat uns von dem Wettbewerb erzählt“, erklärte Finn. Ilka Parchmann bestätigt: Die individuelle Unterstützung könnten am ehesten die Lehrer leisten.

Auch zwei Schulen aus Schleswig nehmen an dem Netzwerkprogramm teil. „Wir hoffen, damit das Interesse der Schüler fördern zu können“, sagte Sönke Holst, Lehrer an der Dannewerkschule in Schleswig. Ein besonderer Schwerpunkt soll hier auf die Kinder der Daz-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) gelegt werden. „Wir wollen sie fördern und ihnen Selbstbewusstsein geben, ihre Talente auszuschöpfen“, so Holst.

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