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Kieler Woche : „Es lief alles wie am Schnürchen“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadt und Polizei zogen gestern ein positives Fazit der Kieler Woche. Wieder wurden über drei Millionen Besucher an der Förde gezählt. Und die strengen Sicherheitsvorkehrungen wurden von den Gästen durchweg akzeptiert. Es gab spürbar weniger Randale.

shz.de von
erstellt am 25.Jun.2017 | 18:54 Uhr

Vor neun Tagen wusste niemand, wie die Besucher der Kieler Woche auf die Einrichtung der neuen strengen Sicherheitsvorkehrungen reagieren würden. Jetzt, zum Abschluss der „schönsten Woche im Norden“, steht fest: Das Publikum zeigte sich besonnen und gelassen, kaum jemand ärgerte sich über Sperren, Kontrollen und gelegentliche Staus auf den Straßen. Stadt und Polizei zogen – Stand gestern Mittag – jedenfalls eine vorläufige, durchweg positive Bilanz einer ungewöhnlich friedlichen Kieler Woche.

Nach ersten Schätzungen waren bislang wieder über drei Millionen Menschen unterwegs. Die Zahl beruht auf der Auswertung von Luftbildern, im Vorjahr wurden nach dieser Methode 3,6 Millionen kleine und große Gäste errechnet. Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer freute sich, dass trotz gelegentlicher Tröpfchen eigentlich kein einziger KiWo-Abend im Regen unterging. „Solch ein schönes Wetter hatten wir lange nicht mehr“, sagte Kämpfer, der als OB mit über 80 Terminen seine vierte Kieler Woche meisterte. Mal im blauen Sacko, mal im blau-weißen Ringelpullover, wie gestern beim Seifenkistenrennen.

Nach den Worten von Kiels Polizeichef Thomas Bauchrowitz hat „alles wie am Schnürchen geklappt“. Natürlich: Wieder einmal zählten das Areal vor dem Bahnhof und das Hörngelände zu den Haupt-Einsatzorten der Ordnungshüter. Aber im Vergleich zum Vorjahr (105) wurden weniger Platzverweise (77) ausgesprochen und auch weniger „Rohheitsdelikte“ – sprich: schwere Schlägereien – registriert. Mit seinem Vize Frank Matthiesen hatte Bauchrowitz am ersten Wochenende sämtliche Kontrollpunkte der Polizei per Rad angefahren. Überall traf er „auf viel Verständnis“ der Besucher. Einzig wegen des warmen Wetters musste man nachsteuern: Die Ordnungshüter brauchten Kühlboxen fürs Trinkwasser.

An der Windjammerparade nahmen am Sonnabend unter den Augen von 80  000 Zuschauern insgesamt 103 Traditionssegler, Motor- und Dampfschiffe teil. Wie Ingo Berger von der Wasserschutzpolizei erklärte, hatten seine Kollegen die Herausforderung zu meistern, eine halbe Meile Abstand zwischen der „Thor Heyerdahl“ und den folgenden Schiffen freizuhalten. Die „Meuterei“ richtete sich gegen die geplante Verordnung von Verkehrsminister Dobrindt (CSU), die wohl das Aus für die meisten Traditionssegler bedeuten würde.

Zur Bilanz des Volksfestes gehört übrigens auch, dass vom speziell gebrauten Kieler-Woche-Bier 3800 Liter ausgeschenkt wurden. Der Rest wird beim traditionellen Barbecue für die KiWo-Helfer angeboten. Kämpfer abschließend: „Ich glaube aber nicht, dass wir 1200 Liter schaffen werden.“  

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