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Erstmals seit 22 Jahren: Arbeitslosen-Zahl fällt unter 100 000

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das gab es seit 22 Jahren nicht mehr in einem April: Erstmals seit 1993 lag die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Monat in Schleswig-Holstein unter 100  000. Grund seien die anhaltende Frühjahrsbelebung und die gute konjunkturelle Lage, sagte die Regionaldirektorin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann.

Ergebnis der kräftigen Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt: Ende April waren in Schleswig-Holstein 97 962 Menschen ohne festen Job und damit 4532 oder 4,4 Prozent weniger als im März. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es einen Rückgang um 3938 oder 3,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag danach bei 6,6 Prozent, nach 6,9 Prozent vor einem Jahr.

Besonders stark sank die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat in touristisch geprägten Kreisen wie Nordfriesland (minus 18 Prozent) und Ostholstein (minus 17 Prozent). Die höchste Arbeitslosenquote hatte bei den Kreisen Dithmarschen mit 7,2 Prozent, die niedrigste verzeichnete Stormarn mit 3,9 Prozent. Bei den kreisfreien Städten stand Neumünster mit 10,6 Prozent am schlechtesten da und Kiel mit 9,8 Prozent am besten.

Sorgen bereitet Experten die anhaltend hohe Zahl von Langzeitarbeitslosen, die länger als ein Jahr ohne festen Job sind. Ihre Zahl sei im Jahresdurchschnitt seit 2011 wieder angestiegen, sagte Haupt-Koopmann. Aktuell gibt es etwa 36 000 Langzeitarbeitslose im Land. Helfen soll ein neues Programm für 800 Betroffene, das mit Fördermitteln in Höhe von 29 Millionen Euro hinterlegt ist. Dabei erhalten Unternehmen, die Langzeitarbeitslose einstellen, für bis zu drei Jahre Lohnzuschüsse in Höhe von bis zu 75 Prozent. Voraussetzung ist, dass die Menschen danach mindestens sechs Monate lang weiterbeschäftigt werden.

Außerdem stehen den Langzeitarbeitslosen Coachs zur Seite, die sie bei der Rückkehr in den Job unterstützen sollen. „Wenn die Menschen intensiv begleitet werden, steigen die Chancen elementar an, dass sie Fuß fassen“, sagte Haupt-Koopmann. Sie sprach von einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe.

Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) betonte: „Trotz guter bis sehr guter Rahmenbedingungen kommt der Aufschwung am Arbeitsmarkt bei den Langzeitarbeitslosen nur sehr eingeschränkt an.“ Besonders betroffen seien Ausländer, Ältere, Schwerbehinderte und Frauen. Das Land fördere deshalb 16 Projekte, mit denen Langzeitarbeitslose die Rückkehr ins Berufsleben schaffen sollen. Daran nehmen rund 1700 Menschen teil. Das Fördervolumen beträgt 6,7 Millionen Euro.

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erstellt am 30.Apr.2015 | 15:41 Uhr

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