Kiel/Melsdorf : Erster Spatenstich für DPD

Spatenstich: (v.li.) Kiels OB Ulf Kämpfer, Melsdorf Bürgermeisterin Anke Szodruch.Thomas Ohnhaus (DPD Deutschland) und Andreas Brockhaus (Geschäftsführer List-Gruppe). Fotos: Lange
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Spatenstich: (v.li.) Kiels OB Ulf Kämpfer, Melsdorf Bürgermeisterin Anke Szodruch.Thomas Ohnhaus (DPD Deutschland) und Andreas Brockhaus (Geschäftsführer List-Gruppe). Fotos: Lange

Das Sortierzentrum des Paketdienstes soll im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen – am neuen Standort in Melsdorf.

shz.de von
15. August 2018, 06:00 Uhr

Im Spätsommer 2019 soll es losgehen – dann sollen jeden Tag 40 000 Pakete im neuen DPD-Paketsortierzentrum in Melsdorf umgeschlagen werden. Gestern trafen sich Melsdorfs Bürgermeisterin Anke Szodruch, Kiels OB Ulf Kämpfer, DPD-Geschäftsführer Thomas Ohnhaus und Bauunternehmer Andreas Brockhaus zum traditionellen Spatenstich mitten im beschaulichen Melsdorf. Denn hier – im Süden der 1850-Seelen-Gemeinde – entsteht in den kommenden Monaten auf insgesamt 15 Hektar ein Gewerbegebiet mit namhaften Unternehmen wie Hugo Hamann und Scheidt und Bachm,ann System Technik. „Melsdorf ist strategisch ein außerordentlich günstiger Standort“, befand Thomas Ohnhaus, Geschäftsführer DPD Deutschland, „einerseits durch die Nähe zu Kiel und zusätzlich durch die sehr gute Anbindung zum Fernverkehr“. Auf einer Fläche von 41 000 Quadratmetern entsteht bis zum Sommer kommenden Jahres das neue, 23 Millionen Euro schwere Paketzentrum, das den Standort Schleswig ersetzen wird. „Wir sind in Schleswig über die Kapazitäten hinausgewachsen“, so Ohnhaus. „Wir müssen den Zeiten des stark wachsenden E-Commerce gerecht werden.“ Das Schleswiger Depot schließt Mitte 2019, die etwa 50 Beschäftigten hätten aber bereits das Angebot erhalten, an den neuen Standort in Melsdorf zu wechseln. Insgesamt 300 Mitarbeiter werden im künftigen Paketsortierzentrum beschäftigt sein. Mit einem Standard-Depot-Konzept des Bauunternehmens List „wissen wir, dass wir Qualität bekommen und pünktlich ans Netz gehen können“, so Ohnhaus.

Warum Melsdorf? Der Landeshauptstadt fehlten die Flächen, Melsdorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde hatte sie. Erst die interkommunale Zusammenarbeit zwischen Kiel und der kleinen Gemeinde machte die Ansiedlung der großen Unternehmen möglich. Einige Melsdorfer standen – oder stehen noch – ihren neuen Nachbarn jedoch kritisch gegenüber. „Wir freuen uns natürlich, dass sich so große Unternehmen in Melsdorf ansiedeln“, so Bürgermeisterin Anke Szodruch, „auch wenn das natürlich eine Hausnummer ist“. Nichtsdestotrotz sei das im Entstehen begriffene Gewerbegebiet am Rande der Gemeinde wichtig für die Region, betonte Szodruch.

„Dieses Gemeinschaftsprojekt bestärkt uns“, erklärte Ulf Kämpfer, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Es sei faszinierend, betonte der Oberbürgermeister, „wie wöchentlich die Investitionen und Baustellen in den Himmel wachsen“. Bei einer Arbeitslosenquote von acht Prozent sei wichtig, dass nicht nur Bauinvestitionen getätigt würden. Das Unternehmen DPD verspricht mit dem neuen Paketsortierzentrum eine einhundertprozentige Klimaneutralität zu erreichen – unter anderem mit Hilfe umweltfreundlicher Antriebe der 160 Zustellfahrzeuge. Kämpfer: „Wir wollen Vorzeigestadt für Elektromobilität werden, insofern wächst zusammen, was zusammen gehört.“ Und Treue, die sei auch dem Konzern wichtig, betonte DPD-Geschäftsführer Ohnhaus: „Wir gehen hier von einer Nutzungsdauer von 15 bis 20 Jahren aus.“

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