„Olympischer Brief“ : Erste Unterschriften um 12.44 Uhr

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Vor dem Haupteingang des Städtischen Krankenhauses in Kiel startete gestern eine Aktion, die am Ende Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn erreichen soll. Mit dem „Olympischen Brief“ verlangen die Unterzeichner mehr Personal im Gesundheitswesen.

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10. Januar 2019, 18:07 Uhr

Meike Saerbeck war erstaunt, was in Kiel alles auf die Beine gestellt werden kann. Die Intensiv-Krankenschwester von der Asklepios-Klinik in Hamburg-St. Georg hatte gemeinsam mit Florian Stender den Koffer mit dem „Olympischen Brief“ an die Förde gebracht. So wie das olympische Feuer von Station zu Station gereicht wird, soll der Koffer seine Reise durch die deutschen Krankenhäuser antreten. Zum Auftakt exakt um 12.44 Uhr vor dem Haupteingang des Städtischen Krankenhauses hatten sich viele Kollegen und auch einige Politiker eingefunden.

Erster Unterzeichner des Briefes mit seinen Forderungen nach besserer Personalausstattung in den deutschen Krankenhäusern war Helmut Oeverdieck vom Aktionsbündnis 12:44. Laute „Pfui“-Rufe gab’s, als Oeverdieck erklärte, dass Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn auf den Offenen Brief vom November gar nicht reagiert hätte. Jetzt soll deshalb die zweite Auflage folgen – die Unterschriftenlisten will man dem stummen Minister bei der Gesundheitsfonferenz im Juni vor die Füße legen. Klar ist für Oeverdieck, dass „wir uns nicht mit Personal-Untergrenzen abspeisen lassen“.

Özlan Ünsal und Berndt Heinemann aus der SPD-Fraktion im Landtag unterstützten die Aktion ebenso wie Margot Hein, Kieler Ratsfrau der Linken und selbst Altenpflegerin. Ihre Berufskollegin Marion Schramm-Boldt vom Kieler Stadtkloster hielt mit Uwe Janzen, Techniker am Städtischen Krankenhaus, ein Transparent hoch. Die Botschaft: „Mehr von uns ist besser für alle.“ Soll heißen: Jedes Plus an Personalstärke kommt t den Patienten zugute. „Sie können doch nicht immer nur versprechen, sie müssen es doch auch mal regeln“, lautet die Mahnung von Marion Schramm-Boldt in Richtung der Verantwortlichen im Gesundheitswesen.

Nach den Worten von Manuela Rasmussen, Krankenschwester auf der Kardiologie-Station, zieht sich das Problem der personellen Unterbesetzung durch alle Bereiche in sämtlichen Kliniken. Auch Regina Sellmer, „mit Leib und Seele“ seit drei Jahrzehnten Medizinisch-Technische Assistentin (MTA) im Zentrallabor, unterschrieb gestern den „Olympischen Brief“. Und Christian Godau von der Gewerkschaft Verdi ist überzeugt, dass der Koffer-Brief bei seiner Deutschland-Reise demnächst wieder in Kiel ankommt: „Der Funke zum Uni-Klinikum wird überspringen.“

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