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Projekt für Flüchtlinge : Erste Ernte im Interkulturellen Garten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flüchtlinge aus Kiel bewirtschaften seit sechs Monaten eine ehemalige Brachfläche. Gestern gab es einen Tag des Offenen Gartens im Rahmen der Interkulturellen Woche.

shz.de von
erstellt am 29.Sep.2014 | 05:04 Uhr

Sie kommen aus Kriegs- oder Krisengebieten, sind traumatisiert und haben oftmals einen Großteil ihrer Familie verloren: Die Flüchtlinge, die in Kiel eine Bleibe suchen. Um ihnen sprichwörtlich beim Wurzeln-Schlagen in der neuen Heimat zu helfen, bietet Annette Tempelmann von der Zentralen Bildungs- und Beratungsstelle für Migranten in Schleswig-Holstein (ZBBS) das Projekt „Interkultureller Garten“ an.

Im Rahmen der Interkulturellen Woche konnten Besucher zusammen mit den Hobbygärtnern gestern sehen, wie dieser Ort der Begegnung am Kieler Ostufer wächst und wie die Menschen den Garten bisher bereichert haben. Außerdem konnten sie gemeinsam die erste Ernte feiern.

Annette Tempelmann erklärt, was es mit dem Projekt auf sich hat: „Die Idee des Interkulturellen Gartens ist weltweit verbreitet. Sie richtet sich an Flüchtlinge und soll helfen, die Sprache durch soziale Kontakte zu erlernen, Kenntnisse und Fähigkeiten auszutauschen und einen Beitrag zum eigenen Lebensunterhalt leisten.“ Außerdem soll der Garten auch als Rückzugsort für Gaardener dienen, „die sonst ja wenig Grün haben“.

Hinter dem Hans-Geiger-Gymnasium direkt an den Kleingärten lag eine rund 1200 Quadratmeter große Fläche im Besitz des Kleingartenvereins brach. Die Fläche sollte an die Stadt zurückgehen, damit sie für das Projekt genutzt werden kann. „Früher waren hier drei Kleingärten, deren Fundament und Schutt haben wir noch gefunden“, erzählt Tempelmann.

Ein Gartenbaubetrieb half, die Fläche begehbar zu machen. Vor rund einem halben Jahr dann begannen die ersten Grabe-Arbeiten. Drei Mal war Tempelmann mit einer Hand voll Helfer aus dem Iran und aus Afghanistan vor Ort, legte erste Beete an – zum biologischen Anbau von Obst, Gemüse und Zierpflanzen. „Das Projekt muss wachsen und braucht seine Zeit.“ Auch Deutsche sind willkommen.

Gefördert wird das Projekt mit insgesamt 62 000 Euro von der Robert-Bosch-Stiftung, der Stadt Kiel und Bingo. Kritik hagelte es vor einiger Zeit von einem Gast des Forums für Migranten, bei dem Tempelmann das Projekt vorstellte. „Wer bezahlt das alles nach Ablauf des Projekts?“, wollte er wissen. Schließlich könnten auch andere Projekte das Geld gut gebrauchen. Tempelmanns Antwort: „Wir erhoffen uns Synergien und vielleicht entstehen auch Arbeitsmöglichkeiten.“


Interkultureller Garten: Zu erreichen über die Stoschstraße (Sozialkirche / Freibad Katzheide). Schildern folgen. Anfahrt mit dem Bus vom Hauptbahnhof mit den Linien 22, 71/72 oder 101, Haltestelle Stoschstraße (Ostring). Infos: Annette Tempelmann, tempelmann@zbbs-sh.de

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