Sport- und Freizeitbad : Eröffnung erfolgt in Raten

Das Aushängeschild des neuen Bades, die lange gewundene Wasserrutsche, wird wohl am 5. Oktober ebenfalls noch nicht zu benutzen sein.
Das Aushängeschild des neuen Bades, die lange gewundene Wasserrutsche, wird wohl am 5. Oktober ebenfalls noch nicht zu benutzen sein.

Zur Einweihungsfeier für das neue Sport- und Freizeitbad am 5. Oktober sind noch nicht alle Becken und Einrichtungen fertig. Zu Mehrkosten macht die Stadt noch keine Angaben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie von Handwerksbetrieben Schadenersatz verlangt.

shz.de von
09. September 2018, 13:02 Uhr

Die Stadt hat zurzeit kein glückliches Händchen mit ihren Schwimmbädern. Das im Bau befindliche Sport- und Freizeitbad (Spuf) am Ende der Hörn erwartet zwar Anfang Oktober die Ehrengäste zur offiziellen Eröffnungsfeier – doch selbst nach fast einjähriger Verzögerung sind noch nicht alle Becken und Anlagen fertiggestellt. Es gibt eine Eröffnung auf Raten. Und beim Freibad Katzheide mehren sich die Stimmen, die unzufrieden sind mit der angekündigten Sanierung.

Es ist ein offenes Geheimnis: Katzheide sollte eigentlich ebenso wie das abgängige Hallenbad in Gaarden geschlossen werden, sobald das moderne Spuf seine Tore öffnet. Doch die Bürger-Initiative zum Erhalt des beliebten, aber veralteten Freibades – in dem Generationen von Kielern das Schwimmen gelernt haben – fand vor drei Jahren so viel Zuspruch in der Bevölkerung, dass die Ratsversammlung sich geschlossen hinter die Forderung der Initiative stellte und Katzheide eine Existenz-Garantie ausstellte.

Allerdings: Das Freibad muss kräftig abspecken. Statt der bisherigen zwei Becken wird es nur noch ein gemeinsames Kombi-Becken für Schwimmer und Nichtschwimmer geben, die Fläche der Liegewiese wird spürbar verkleinert. Außerdem wird – für den Nachwuchs wohl der gravierendste Einschnitt – der Sprungturm abgebaut.

Die Stadt räumt ein, dass dies nicht unbedingt dem Willen der Bevölkerung entspricht. Doch die Personalkosten seien einfach zu hoch: Die Sprunganlage „erzwingt ein hohes Maß an Aufsicht“. In der künftigen Anlage würden sich die Wege für Eltern und Geschwister, die auf kleine Kinder aufpassen, verkürzen. Das gelte auch für die Aufsicht, „was die Sicherheit im Wasser erhöht“.

Den Verdacht, dass es sich bei der Sanierung in Katzheide um eine Schließung in Raten handeln könnte, weist Stadtrat Gerwin Stöcken strikt zurück. Die Modernisierung passe die Wasserfläche dem tatsächlichen Bedarf an. Außerdem steige die Attraktivität des benachbarten kostenlosen Freizeitparkes, dem die ungenutzten Katzheide-Flächen zugeschlagen werden. Die Stadt geht davon, dass die Nische, die das Ostufer-Sommerbad besetzt, auch künftig ihre Berechtigung besitzt – erst recht, wenn im zweiten Sanierungsabschnitt eine breite Rutsche und ein neues Kleinkinderbecken errichtet werden.

Äußerst einsilbig beantwortet die Verwaltung Fragen zum Neubau an der Hörn – das ursprünglich bereits Ende 2017 seinen Betrieb aufnehmen sollte. Gerüchten zufolge soll es eine erhebliche Verzögerung gegeben haben, weil Fliesenarbeiten falsch ausgeführt wurden. Doch das wird im Detail nicht bestätigt. Allgemein ist von „Mängelbeseitigung“ und von zeitlicher Verzögerung aufgrund der guten Konjunktur im Baugewerbe die Rede. Als Ganzes soll das Spuf den Besuchern dann „im November“ zur Verfügung stehen.

Ob der Kostenrahmen von 26 Millionen Euro dann allerdings noch zu halten ist? Ein klares Ja gibt es aus dem Rathaus nicht. „Wir bilanzieren die Baumaßnahme nach Abschluss des Projektes“, heißt es vielsagend aus der Pressestelle. Und auch die Frage nach möglichen Prozessen wegen Schadenersatz weicht die Stadt geschickt aus: „Aktuell geht alle Kraft in die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Hörnbades.“

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