Amphetamine und Marihuana : Ermittler präsentieren in Kiel einen der größten Drogenfunde aller Zeiten

Frank Reisen vom Zollfahndungsamt (rechts) und sein Kollege Stefan Jung vom LKA Kiel präsentierten den Fund am Mittwoch.
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Frank Reisen vom Zollfahndungsamt (rechts) und sein Kollege Stefan Jung vom LKA Kiel präsentierten den Fund am Mittwoch.

Ermittler stellen in Kiel Drogen im Wert von 200.000 Euro sicher. Den Tätern drohen mehrere Jahre Haft.

shz.de von
17. Januar 2018, 16:33 Uhr

Kiel | In Kiel wurde einer der größten Rauschgiftfunde aller Zeiten sichergestellt. Nachdem bereits seit dem 19. Januar 2017 ein vorbestrafter Mann observiert wurde, konnten knapp 19 Kilogramm Speed und etwa ein Kilogramm Marihuana sichergestellt werden. Das in Plastikdosen und dazu in Plastikfolie eingeschweißte Amphetamin stellt in etwa die Gesamtmenge der in Kiel im gesamten vergangenen Jahr sichergestellten Drogen. „Wir könnten uns jetzt eigentlich zur Ruhe setzen, da wir das Jahresziel 2017 bereits erreicht haben, werden das aber nicht tun“, hieß es von den Beamten.

Das Landeskriminalamt in Kiel arbeitete in dem aktuellen Fall mit dem Zollfahndungsamt Hamburg zusammen. Zollfahnder Frank Reisen und sein LKA-Kollege Stefan Jung, präsentierten den Fund am Mittwoch. Axel Bieler von der Staatsanwaltschaft Kiel gab dazu weitere Informationen. Zum Beispiel, dass der 35 Jahre alte Kieler aus Kiel-Mitte bereits etwa vier Jahre wegen Handelns mit Betäubungsmitteln im Gefängnis saß. „Er hat Wurzeln in der Ukraine, ist aber Deutscher“, so die Polizisten.

Die Drogen wurden über einen Kurier, der gebürtig aus Polen stammt, in einer schwarzen Sportreisetasche nach Deutschland gebracht. Alle beiden kamen in Haft – es besteht Fluchtgefahr. Die Ermittlungen laufen und sind noch lange nicht abgeschlossen.

Vermögen konnte bisher nicht sichergestellt werden. Die Drogen waren vermutlich für den Kieler Raum bestimmt. Eine der sichergestellten Dosen mit einer klebrigen Paste, hätte dem Verkäufer etwa 10.000 Euro eingebracht. Etwa 100 Milligramm des vermutlich hochreinen Stoffes reichen für eine Dosis, einen Rausch, aus. Das bestätigte Frank Reisen vom Zollfahndungsamt. „Amphetamine sind so etwas wie das Koks des armen Mannes. Der Konsum hat in etwa die gleichen Folgen. Geringeres Schmerzempfinden, kein Hunger- und Durstgefühl. Doch die Wirkung lässt schneller nach.“

Der Wert der Drogen im Straßenverkauf liegt bei etwa 200.000 Euro. Vermutlich aber darüber: „Wir gehen davon aus, dass es sehr reines Material ist, was durchaus gestreckt wird und dann etwa das vier bis fünffache einbringen würde.“ Der Drahtzieher wurde in die etwas höhere Gruppe eingestuft. Er soll kein Verkäufer an den „Endverbraucher“ darstellen. „Seine Wohnung war kein Taubenschlag.“

Die Staatsanwaltschaft rechnet mit einer Anklage binnen vier oder fünf Monaten. Die drei Männer säßen wegen des Verdachts des bandenmäßigen Handels mit Drogen in nicht geringer Menge in Untersuchungshaft, sagte Bieler. Bei einer Verurteilung drohten ihnen mindestens fünf Jahre.

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