9. November 1938 : Erinnerung an die Pogromnacht

Aus Texten, die beim Projekt „Stolpersteine“ entstanden sind, lasen Esther Dickmann (17) und Jan-Ole Voss (18) vom Landesförderzentrum körperliche und motorische Entwicklung Schwentinental.
Aus Texten, die beim Projekt „Stolpersteine“ entstanden sind, lasen Esther Dickmann (17) und Jan-Ole Voss (18) vom Landesförderzentrum körperliche und motorische Entwicklung Schwentinental.

78 Jahre ist es her, dass überall in Deutschland die jüdischen Gotteshäuser brannte. Auch in Kiel wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 die Synagoge in der Goethestraße von den Nationalsozialisten zerstört.

shz.de von
09. November 2016, 18:48 Uhr

Die Männer der Feuerwehr durften damals nicht löschen, sie sollten lediglich ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude verhindern. Zeitgleich wurden Wohnungen und Geschäfte jüdischer Mitbürger demoliert, jüdisches Leben in Deutschland wurde durch den Terror der Nazi-Diktatur für viele Jahre grausam beendet.

Bei der traditionellen Gedenkfeier am früheren Standort der Synagoge erinnert Stadtpräsident Hans-Werner Tovar vor gut 250 Gästen daran, dass die Reichspogromnacht „der Anfang der Hölle“ war. „Rassismus darf keinen Platz in der Gesellschaft haben“, appellierte Tovar. Landesrabbiner Dov-Levy Barsilay erinnerte ebenfalls an die dunkelste Zeit deutscher und jüdischer Geschichte und nannte den Holocaust „das Ende des Zentrums jüdischen Lebens“. Auch er warnte vor neuem Fremdenhass und der teilweise anti-israelischen Einstellung in der Gesellschaft.

Schülerinnen und Schüler des Landesförderzentrums körperliche und motorische Entwicklung Schwentinental lasen aus Texten, die im Rahmen ihrer Mitarbeit im Projekt „Stolpersteine“ entstanden sind. Die Stolpersteine erinnern an ehemalige Mitbürger, die Opfer der NS-Diktatur wurden. Musikalisch begleiteten Ishay Lantner und Alexander Wernet die Gedenkfeier.

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