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Kein Geld in der Kasse : Erhofftes Tarifplus in den Kitas bleibt aus

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Sozialpädagogischen Assistenten und auch die Erzieher in den Kitas sollten mit einem Sprung im Tarifvertrag mehr Gehalt erhalten. Das hatte der städtische Jugendhilfe-Ausschuss angeregt. Doch arbeitsrechtliche und finanzielle Hürden machen diese Pläne zunichte.

Was ist der Stadt die pädagogische Betreuung in den Kindergärten und Kitas wert? Welche finanzielle Anerkennung erhalten die Erzieher und die Sozialpädagogischen Assistenten (SPA) für ihre Arbeit mit den kleinen Mädchen und Jungen? Mit diesen Fragen hatte sich bereits der Jugendhilfe-Ausschuss befasst und angeregt, das SPA-Gehalt von der Tarifgruppe S 3 im öffentlichen Dienst auf S 4 zu erhöhen. Die Erzieher sollten von S 6 nach S 8 wechseln.

Die Verwaltung im Rathaus lehnt diese Aufstockung allerdings ab. Das gab Stadtrat Wolfgang Röttgers jüngst im Ausschuss bekannt. Nach seinen Worten sind die SPAs „zu 95 Prozent ihrer Arbeit“ als Zweitkraft gemeinsam mit einer Erzieherin in der Kindergruppe tätig. Die alleinverantwortliche Betreuung des Nachwuchses, die eine höhere Einstufung rechfertigen würde, werde nur „in Randzeiten“ ausgeübt. Sie müsste allerdings „zeitlich mindestens die Hälfte“ der Arbeit ausmachen. Auch andere schwierige fachliche Tätigkeiten wie etwa die Arbeit mit Behinderten fallen für SPAs kaum an. Auf Vollzeit umgerechnet, gibt es zurzeit in den städtischen Kitas 160 SPA-Stellen. Die tarifliche Aufstockung würde die städtische Kasse mit knapp 390 000 Euro belasten.

Eine ähnliche Rechnung macht das Rathaus für die 326 Erzieher-Vollzeitstellen auf. Auch wenn das Kriterium der Höhergruppierung – „besonders schwierige fachliche Tätigkeit“ – hier ebenfalls nicht erfüllt sei. Tarifgruppe S 8 würde jährliche Mehrkosten von 1,28 Millionen Euro nach sich ziehen. Und damit nicht genug. Die Richtlinien für die städtische Jugendarbeit übertragen sich auch auf die Kitas in freier Trägerschaft. Hier ergeben sich nach der Röttgers-Liste 620 000 beziehungsweise 1,64 Millionen Euro an entsprechenden Mehrkosten.

In der Summe würde die gewünschte tarifliche Neugruppierung ein Loch von annähernd 4 Millionen Euro in den klammen Kieler Haushalt reißen. Klare Worte von Stadrat Röttgers: „Angesichts der finanziellen Auswirkungen und der tariflichen und rechtlichen Situation wird empfohlen, die bisherige Einstufung beizubehalten.“

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erstellt am 19.Okt.2014 | 20:25 Uhr

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