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Ende der „Keim-Krise“ : Entwarnung am UKSH: Keine weiteren Keim-Fälle

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Am Uni-Klinikum in Kiel hat sich die Zahl der Fälle nicht erhöht. Ein weiterer Patient konnte entlassen werden. Von Entspannung spricht der Klinikchef noch nicht. Die Landesregierung schnürt ein Maßnahmenpaket.

Kiel | Am Universitätsklinikum in Kiel hat sich der gefährliche Keim „Acinetobacter baumannii“ über das Wochenende nicht weiter ausgebreitet. Ein betroffener Patient konnte entlassen werden, sagte Klinikchef Jens Scholz am Montag. Damit liegen auf zwei isolierten Intensivstationen noch 15 Patienten, bei denen der gegen fast alle Antibiotika resistente Keim nachgewiesen wurde. Er hoffe, dass in den nächsten Tagen weitere die Klinik verlassen können, sagte Scholz.

Von insgesamt 31 positiv Getesteten waren zwölf gestorben. Neun starben nach Klinikangaben definitiv nicht wegen des Keims, sondern infolge ihrer Erkrankungen. Nunmehr vier Patienten wurden entlassen. Zu 99 Prozent herrsche in Kiel normaler Krankenhausbetrieb, sagte Scholz. Von einer wirklichen Entspannung in Bezug auf den Keim könne man aber erst reden, wenn alle betroffenen Patienten entlassen sind und keine weiteren positiv getestet werden.

Mit Konsequenzen aus der „Keim-Krise“ befasst sich am Dienstag auch die Landesregierung. Nach einer Kabinettssitzung will Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) einen Katalog von Maßnahmen vorstellen. Um bauliche Vorhaben gehe es ebenso wie um angestrebte Änderungen auf Bundesebene.

Räumliche Enge kann zur Ausbreitung des Keims in Kiel beigetragen haben. So wurde der als Auslöser der „Keim-Krise“ geltende Patient - er war krank aus dem Türkei-Urlaub gekommen - in einem Dreibett-Zimmer untergebracht, weil auf der Intensivstation der Inneren Medizin kein Einzel-Isolationszimmer frei war.

Auf Bundesebene kämpfen Landesregierung und Klinikum dafür, dass die Krankenhäuser künftig auf einer einheitlichen Grundlage vergütet werden. Bisher gehört Schleswig-Holstein zu den Ländern mit dem niedrigsten sogenannten Basisfallwert.

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erstellt am 02.Feb.2015 | 18:25 Uhr

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