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Bürgerbegehren : Entscheid über Olympia und Katzheide?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Bürgerbegehren für den Erhalt des Freibades ist in Kiel am Start. Rund 8000 Unterschriften sind notwendig - im Herbst könnten Kieler dann abstimmen, geht es nach der Initiative.

shz.de von
erstellt am 04.Jun.2015 | 06:12 Uhr

„Wir haben lange genug gewartet“, sagt Uwe Hagge, Pastor der Kirchengemeinde Gaarden. Gewartet, dass im Freibad Katzheide etwas passiert. Dass die Stadt mit Reparaturmaßnahmen beginnt. So, wie Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) es versprochen hat. „Jetzt kommt das warme Wochenende – und die Badesaison ist nur kurz“, kritisiert Hagge. Zusammen mit Hartmut Jöhnk und Andreas Regner vom Verein „Katzheide: Ja“ hat er bei der Stadt offiziell das angekündigte Bürgerbegehren für Katzheide eingereicht. Geht es nach der Initiative, könnten die Kieler am selben Tag über den Erhalt des Schwimmbades abstimmen, an dem sie sich auch für oder gegen Olympia in Kiel aussprechen sollen – voraussichtlich Ende November.

„Freibäder sind unverzichtbarer Bestandteil unserer Kultur“, sagt Hartmut Jöhnk. „Sie nehmen als Infrastruktur vielseitige Aufgaben in unserer Gesellschaft wahr, die weit über die vordergründige Bedeutung als Sport- und Freizeiteinrichtung hinausgehen.“ Uwe Hagge ergänzt, warum er sich für das Freibad einsetzt: „Wer an einem warmen Sommertag die Menschenscharen gesehen hat, die mit Kinderwagen und Picknickkorb zu dem Freibad ziehen, der weiß, wie gelebte Integration aussieht.“ Vergangenen Sommer hatte das Freibad 38  000 Besucher. Andreas Regner sieht den Weiterbetrieb auch aus Umweltschutzgründen für geboten: „Katzheide zu erhalten ist auch nachhaltig – sowohl bezogen auf eine Umweltbilanz als auch in finanzieller Hinsicht: Keines der Kieler Bäder hat einen geringeren Zuschussbedarf.“

Kiels Sozialdezernent Gerwin Stöcken hält das Bürgerbegehren der Initiative für „deren gutes Recht. Das ist direkte Demokratie und gewollt“. Doch er sagt auch deutlich: „Den Zusammenhang zwischen sozialer Integration und einem Schwimmbad finde ich weit hergeholt.“ Er rechnet vor, welche Kosten zunächst einmal für die Reparaturarbeiten ab kommenden Montag anstehen: Eine Firma versucht die mangelnde Dichtigkeit zwischen Folie und Boden durch Verkleben von etwa 100 Einspüldüsen herzustellen. Das kostet etwa 10  000 Euro. Für 14 Tage werde gefiltertes Wasser eingelassen. Bei Erfolg bestellt die Stadt die rund 30  000 Euro teure notwendige neue Steuerungstechnik für die Chlorgasanlage und lässt diese einbauen. Spätestens Anfang Juli, so Stöcken, könne man dann das Nichtschwimmerbecken öffnen. „Und dann kann es so lange betrieben werden, wie es eben hält.“

Der Initiative reicht das nicht. „Auch wenn ein Becken repariert wird, ist es immer noch keine komplette Öffnung des Freibades“, sagen sie.

So geht es jetzt weiter: Erkennt das Innenministerium das Bürgerbegehren formell an, muss die Stadt die zu erwartenden Kosten für den Katzheide-Erhalt ermitteln. In maximal sechs Monaten müssen dann für einen Bürgerentscheid rund 8  000 Unterschriften von Kielern zusammenkommen. „Wir rechnen uns sowohl für das Bürgerbegehren als auch für den Bürgerentscheid sehr gute Chancen aus“, sagt das Trio zuversichtlich.









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