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Kieler Altstadt : Entdeckungstour zur Uni-Historie

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kiel-Marketing und CAU entwickeln Jubiläums-Spaziergang: Zweistündige Tour führt von der Nikolaikirche bis zum Schlossgarten.

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2015 | 06:03 Uhr

350 Jahre Uni-Geschichte in eine zweistündige Stadtführung quetschen – das ist schon eine Kunst. Die beiden Stadtführer Manuela Junghölter und Uwe Trautsch haben einen Weg gefunden. Und zwar einen ganz realen. Er beginnt an der Nikolaikirche am Alten Markt, in der die Christian-Albrechts-Universität (CAU) 1665 gegründet wurde und in der am 5. Oktober dieses Jahres auch der Festakt zum 350-jährigen Bestehen gefeiert wird. Er endet im Schlossgarten mit einem Ausblick in die moderne Wissenschaft.

Auf der ersten Jubiläums-Tour durch die Altstadt von Kiel-Marketing entführen Junghölter und Trautsch Interessierte wie ehemalige oder zukünftige Studenten in die Welt von alt-ehrwürdigen Pastoren und Professoren, von Katharina der Großen und Zar Peter III. Sie werden beleuchten, was diese mit der CAU zu tun hatten – und warum die Studenten damals statt eines Degens eine lila-weiße Konkorde am Hut tragen mussten.

Es wird um Kieler Nobelpreisträger und Philosophen, aber auch um aktuelle Erkenntnisse etwa von Wissenschaftlern des bekannten „Geomar“, dem Zentrum für Meeresforschung, gehen. Schritt für Schritt erfahren die Teilnehmer Details, die selbst viele Kieler nicht kennen: beispielsweise, dass das Stadtmuseum Warleberger Hof einst zur Pathologie gehörte – oder dass das erste Universitätsmuseum („Museum Cimbricum“) an der Flämischen Straße stand. Heute wird die Straße weniger mit Kunst als mit Kiels Rotlichtviertel in Verbindung gebracht.

En passant wird man während des Spaziergangs nicht nur politische und geschichtliche Hintergründe erfahren, sondern an bekannte Orte geführt, an denen die Uni-Geschichte wieder lebendig wird – Gebäude, Ecken und Parks, welche eng mit der Hochschule verbunden sind. Darunter das Kieler Kloster, in dem sich im Jahr 1665 die ersten Räumlichkeiten der CAU befanden, die alte Mensa Seeburg oder die erste eigene Universitätsbibliothek, heute die Medizinhistorische Sammlung. Ein bisschen Fantasie ist wie am Kloster an mehreren Haltepunkten notwendig. Viele der Liegenschaften wurden im Zuge des Zweiten Weltkriegs zerstört. Mit historischem Bildmaterial sollen die Lücken im Stadtbild optisch ergänzt werden.

CAU-Präsident Prof. Lutz Kipp zeigte sich angetan und kündigte an: „Ich werde mich für eine Tour anmelden.“ Für Uwe Wanger (Kiel-Marketing) ist das Angebot die „beste Einführungsveranstaltung“, sagte er augenzwinkernd: „Danach kann sich jeder ein Bild davon machen, ob er hier studieren möchte.“

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