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Wacken ahoi! : „Endlich mal unter normalen Leuten“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die MS Laboe schipperte gestern mit außergewöhnlicher Fracht durch die Förde: 250 Metal-Fans hatten sich zum Metaltörn zusammengefunden.

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erstellt am 25.Mai.2017 | 17:18 Uhr

Wer gestern einen Ausflug in Kiels Innenstadt gemacht hat, ist an ihnen nicht vorbei gekommen: Die Rede ist nicht etwa von feierfreudigen Bollerwagen-Gruppen, die mit lauter Musik und klirrenden Bierflaschen durch die Straßen zogen, sondern von dunklen Gestalten, die sich zur Mittagsstunde am Bahnhofsanleger versammelten – und das mit nur einem Ziel: dem Wackentörn.

Vier Stunden lang ging es für 250 sogenannte Metalheads bei bestem Himmelfahrtswetter mit der MS Laboe über Laboe nach Schilksee und Strande und zurück zum Bahnhofsanleger. Schon vor fünf Wochen war der Wackentörn ausverkauft. Die Freunde des schwarzen Textils und lauter Musik hatten sich die „schwimmende Vatertagstour“ nicht entgehen lassen wollen, immerhin sind die meisten von ihnen ohnehin treue Besucher des Wacken Open Airs.

Tim Krohne (20) fährt in diesem Jahr zum fünften Mal zu dem Festival und gönnte sich zur Einstimmung den Metaltörn auf der Förde. „Die Stimmung hier ist einfach gut, alle haben Spaß und das Wetter ist super.“ Seine Freundin Denise Wickbold ergänzt: „Man ist endlich mal unter normalen Leuten.“ Gemeinsam mit Gleichgesinnten sei das Partyboot so etwas wie eine Familienfeier: „Man weiß, man gehört zusammen“, sagt die 22-Jährige. Das Unterhaltungsprogramm an Bord ließ kaum Wünsche übrig: Während auf dem Oberdeck zwei DJ’s für konstante Metal-Beschallung sorgten, ging es unter Deck exotischer zu. Mit der dreiköpfigen Band „The Ukeboys“ und dem Orgel spielenden Alleinunterhalter Mambo Kurt kamen Hits von Rammstein, Bon Jovi oder Europe im hawaiianischen oder Disco-Gewand daher. Begleitet von Sing- und Tanzeinlagen sowie einer Polonaise quer durchs Unterdeck kam auch dieses musikalische Konzept bei den Gästen an, weiß Projektleiterin Sabrina Schmidt: „Ich glaube, Metaller wollen in ihrem Herzen einfach nur feiern, sie sind offen für alles und sehr geduldig.“ Eigentlich könne gar nichts schief gehen auf der MS Laboe. „Es gibt eigentlich nur einen wirklichen Notfall: Wenn das Bier ausgehen würde“, erklärt Sabrina Schmidt lachend. „Aber da haben wir mit 100 Kästen vorgesorgt.“

Mit durchschnittlich fünf Knoten navigierte Kapitän Justus Hayder die MS Laboe durch die Förde. Mit seiner „metallischen Fracht“ hatte der 31-Jährige keine Probleme: „Es läuft super und sehr entspannt, aber das hatte ich auch nicht anders erwartet“, sagt Hayder.

Nach vier Stunden und 1000 geleerten Bierflaschen legte die MS Laboe wieder an. Und nicht nur für Tim Krohne steht fest: „Jedes Jahr Metaltörn wäre geil.“

 

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