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Einstieg vorn: Weniger Schwarzfahrer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit einem halben Jahr dürfen Fahrgäste die Busse der Kieler Verkehrsgesellschaft nur noch beim Fahrer betreten / Erste Bilanz fällt positiv aus

Das System scheint zu funktionieren. „Vorne einsteigen“ heißt es seit dem 25. März dieses Jahres in den Bussen der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG). Ein gutes halbes Jahr nach dem Auftakt des Projekts, durch das die Schwarzfahrer-Quote gesenkt und der Ablauf beim Ein- und Aussteigen optimiert werden soll, ziehen die KVG und der Eigenbetrieb Beteiligungen der Stadt Kiel ein positives Fazit.

Auf der Einnahmenseite habe die KVG seit dem Projektstart Ende März ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von rund fünf Prozent verzeichnen können, erklärte Wiebke Bonow vom Eigenbetrieb Beteiligungen, der Aufgabenträger für den Öffentlichen Personennahverkehr ist. Ebenfalls positiv: „Die Schwarzfahrer-Quote ist nach unten gegangen“, betonte Bonow. Bei vergleichbarer Häufigkeit der Kontrollen sei diese von drei auf ein Prozent gesunken, so Bonow.

Lediglich im April und Mai hatte es vermehrt Beschwerden an die KVG gegeben, die zumeist jedoch keinen konkreten Anlass hatten, sondern vielmehr allgemeine Befürchtungen vor langen Warteschlangen vor den Bustüren ausdrückten. Einige konkrete Hinweise von Fahrgästen hinsichtlich der neuen Regelung führten indes zu Klarstellungen bei den Nutzungsbedingungen seitens der KVG, vor allem hinsichtlich der Ausnahmeregelungen. So dürfen Blinde und Personen mit Gehhilfen sowie andere Menschen mit Behinderungen auch weiterhin an der zweiten Tür einsteigen. Zudem gibt es außerhalb des Universitätsgeländes keine Ausnahmen vom Vorne-Einstieg. Rund um die Uni hingegen geht es ebenfalls auch an anderen Türen in den Bus. Dort, erklärte Peter Klein (KVG-Projektleiter „Vorne einsteigen“), „haben wir dermaßen viele Fahrgäste, dass es eher eine Trichterwirkung hätte. Außerdem haben 95 Prozent der Fahrgäste dort durch das Semesterticket ohnehin einen gültigen Fahrschein“.

Zwar gibt es laut Wiebke Bonow auch weiterhin ab und zu Verspätungen, diese resultierten aber nicht aus dem neuen Ein- und Aussteige-Kreislauf: „Wirkliche Behinderungen im Betriebsablauf hat es nicht gegeben.“ Probleme ergeben sich bei vollen Bussen vor allem dann, wenn die Fahrgäste nachdem Einstieg vorne nicht in die hinteren Bereiche durchgehen. „Das muss sich noch besser einspielen“, so Bonow, die im Allgemeinen aber einen großen Dank an die Fahrgäste aussprach: „Wir waren erfreut, dass sie von Beginn an so gut mitgemacht haben.“ Dadurch sei es sogar möglich gewesen, das zusätzliche Info-Personal, das für Aufklärung an Haltestellen und in den Bussen sorgte, ein paar Tage früher als geplant wieder abzuziehen.

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erstellt am 08.Okt.2013 | 09:00 Uhr

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