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Bauarbeiten : Einschränkungen im Bahnverkehr in Schleswig-Holstein ab April

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Bahn baut am Kieler Hauptbahnhof neue Bahnsteiggleise. Das verursacht im April, auch am Osterwochenende, Behinderungen. Hintergrund: Ab 2015 gibt es unter anderem mehr Haltepunkte zwischen Kiel und Rendsburg.

Für rund 12 Millionen Euro werden am Kieler Hauptbahnhof bis Dezember zwei neue Bahnsteiggleise entstehen. „Das ist der größte Umbau seit Jahren“, erklärte gestern Bahn-Konzernsprecherin Manuela Herbort . Und eine logistische Herausforderung, denn „ ein Großteil der Arbeiten wird unter dem rollenden Rad stattfinden“. Konkret geht es um den Umbau der Bahnsteige zwischen den Gleisen 1 und 2 sowie 5 und 6 zu sogenannten Zungenbahnsteigen. Die beiden neuen Gleise 2a und 6a sind je 95 Meter lang und befinden sich außerhalb der Bahnhofshalle. Die Arbeiten sind schon voll im Gange. Gestern wurde eine Stützmauer an Gleis 6 fertig. Insgesamt werden 14 neue Weichen und 24 Signale eingebaut.

Ärgerlich für Reisende und Pendler: Obwohl meist nachts gebaut wird, müssen sie auf allen Strecken mit Einschränkungen rechnen. „Die größten Behinderungen wird es am ersten April- und am Osterwochenende geben“, so Herbort. Die Züge fahren aus Kiel teilweise zu anderen Zeiten ab und brauchen etwas länger. Einige werden durch Busse ersetzt. Über die exakten Auswirkungen wird zeitnah informiert.

Spätestens zum Fahrplanwechsel im Dezember soll alles fertig sein. Nur die seit langem bestellten Züge kommen erst mit zwei Jahren Verspätung – also im Herbst 2016. Das werde aber die vorgesehene engere Vertaktung – halbstündlich nach Hamburg, stündlich nach Flensburg – nicht gefährden. „Die Verbindung Kiel-Hamburg wird sogar um acht Minuten kürzer“, so Herbort. Auch nach Rendsburg soll es 2015 den Halbstundentakt geben.

Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) geht davon aus, dass besonders in Kiel und Neumünster viele Pendler wegen des anstehenden sechsspurigen Ausbaus der Autobahn 7 auf den Zug umsteigen. Das bessere Angebot bietet insbesondere für Pendler, die von den Baustellen entlang der A7 betroffen sein werden, eine attraktive Alternative. Auch die Einrichtung zahlreicher neuer Haltepunkte (siehe Grafik) werde den Umstieg erleichtern.

Weil völlig unklar ist, wie viel Geld Schleswig-Holstein künftig vom Bund für den Nahverkehr bekommt (sogenannte Regionalisierungsmittel), steht die Reaktivierung der Strecke Kiel-Schönberg wieder auf der Kippe. Gegen das 30-Millionen-Projekt laufen derzeit Bürger in der Probstei Sturm, weil sie für Gemeinden abseits der Bahnstrecke eine Verschlechterung des ÖPNV-Angebots befürchten. Die Verkehrsbetriebe der Kreises Plön haben bereits angekündigt, dass sie den Fahrplan ausdünnen müssen, wenn die Bahn ihnen Kunden abspenstig macht. Die Stadt Kiel hatte das 30-Millionen-Euro Projekt als Einstieg in die umstrittene Stadtregionalbahn gefeiert.

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erstellt am 21.Feb.2014 | 03:45 Uhr

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