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Kiel : Einsatzbereitschaft von Schlepper „Stein“ bleibt ungewiss

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es wird wohl eine längere Wartezeit werden: Seitdem der gebrauchte spanische Kieler Schlepper „Stein“ angekommen ist, tauchen ständig Probleme auf. Der Termin für den Einsatzbeginn wird ständig verschoben - und jetzt will man sich gar nicht mehr festlegen.

Die Parallelen mit dem unvollendeten Berliner Flughafen (BER), bei dem immer wieder neue technische Probleme auftreten, sind unübersehbar: Der vor 16 Monaten in Spanien gekaufte 28 Meter lange Schlepper „Stein“ wird immer noch für seinen Dienst in der Schleuse und im Nord-Ostseekanal umgerüstet und auf nordeuropäische Standards umgebaut. Einen Fertigstellungstermin will die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) als Eigentümerin nicht mehr nennen – genauso wie man sich in Berlin in Schweigen darüber hüllt, wann das erste Flugzeug im neuen BER-Terminal abgefertigt wird.

Dabei sollte die „Stein“ nach ursprünglicher Planung bereits im August 2013 den Dienst aufnehmen. Doch dann stellte sich heraus, dass die Kojen im 3600 PS starken Kraftprotz mit nur 1,80 Meter viel zu kurz für mitteleuropäische Besatzungsmitglieder waren. Die Isolation war auf mediterrane Temperaturen ausgelegt, und auch sonst gab es täglich neue Überraschungen. Spätestens im April sei die „Stein“ einsatzfähig, hieß es damals noch. Doch Ansgar Stadler, technischer Leiter von SFK, konnte den Termin nicht halten und vertröstete auf Mai. Weil für längere Kojen Wände herausgerissen wurden, braucht er neue Wandpaneele und musste monatelange Lieferfristen akzeptieren. Die Küche musste raus, Wasser- und Elektroleitungen mussten neu, Lüftung- und Klimaanlage ebenfalls. Irgendwann war das Wohndeck komplett entkernt. Hinzu kam, dass Prüfer vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie strenge Auflagen machten und wichtige Zeugnisse des Germanischen Lloyds neu erstellt werden mussten. Kurz und gut: auch der nächste Termin – „Im Juni aber wirklich.“ – platzte. „Noch einmal lege ich mich nicht fest“, erklärte Stadler gestern. Irgendwann werde das „Zugpferd“ seinen Dienst in den Schleusen und beim Ziehen schwerer Lasten schon antreten. Trotzdem steht der SFK-Techniker zu der Entscheidung, den kraftvollen Spanier nach Kiel geholt zu haben. „Das war richtig“. Hätte man sich für einen Neubau entschieden, wäre der jetzt auch noch nicht im Einsatz, aber doppelt bis dreifach so teuer geworden.

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erstellt am 09.Aug.2014 | 06:03 Uhr

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