Offene Türen im Depot : Einladung zur Entdeckungstour

Fast wie früher in der Werkstatt: Depotleiterin Katrin Seiler-Kroll steht neben einer Lang-Drehbank, wie sie vor 100 Jahren im Schiffbau üblich war. Die Sammlung beherbergt etliche Großgeräte aus dem früheren Werftenbestand.
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Fast wie früher in der Werkstatt: Depotleiterin Katrin Seiler-Kroll steht neben einer Lang-Drehbank, wie sie vor 100 Jahren im Schiffbau üblich war. Die Sammlung beherbergt etliche Großgeräte aus dem früheren Werftenbestand.

Vom Schiffsmodell bis zur Drehbank: Das Depot des Stadt- und Schifffahrtsmuseums zeigt auf Rundgängen am kommenden Sonntag seine verborgenen Schätze. Alle halbe Stunde erhalten die Gruppen Einblicke in die Sammlung mit ihren gut 40 000 Exponaten.

shz.de von
23. Mai 2016, 18:21 Uhr

„Alle Ausstellungsstücke erzählen eine eigene Geschichte“, sagt Katrin Seiler-Kroll, die Leiterin im Depot des Stadt- und Schifffahrtsmuseums. Am kommenden Sonntag kann jeder Besucher mithören – dann nämlich finden im halbstündigen Rhythmus öffentliche Führungen durch die Sammlung statt, die sich den Großteil des Jahres hinter verschlossenen Türen verbirgt. „Das Herzstück eines jeden Museums ist seine Sammlung“, sagt Katrin Seiler-Kroll und verspricht den Gästen eine Entdeckungstour durch die Stadtgeschichte.

Zu den weit über 40  000 Exponaten gehören beispielsweise Großmaschinen aus dem einstigen Werftleben: Drehbänke, Stanzen oder Bohrmaschinen um das Jahr 1900. In diese Zeit fällt übrigens auch die Verlagerung des Fischerdorfs Ellerbek von der Förde ins Landesinnere – der Kaiser brauchte Platz für den Kriegsschiffbau. Die täglichen Utensilien eines Fischerhaushaltes, die lange im (später zerstörten) Gebäude im Werftpark ausgestellt wurden, gehören heute ebenfalls zum Depot.

Das Inventar eines früheren Milchladens ist ebenso zu bestaunen wie die Waagen und Formen, mit denen einst die Bonbonfabrik Pinn in einem Hinterhof an der Hopfenstraße produzierte. Und das Scheibwarengeschäft Volbehr aus Gaarden präsentiert sich im Depot exakt so, wie es vor 30 Jahren geschlossen hat – mit Zeitschriften von 1986, einer kleinen Buchecke und einer Auswahl von Ranzen zur Einschulung. „Wir wollen nicht nur bewahren, wir wollen auch erforschen und dokumentieren“, sagt Katrin Seiler-Kroll – und davon kann sich jeder Besucher am Sonntag selber überzeugen.  
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Das Depot des Stadt- und Schifffahrtsmuseums befindet sich an der Kuhnkestraße 6 im Wissenschaftspark am Westring. Die Rundgänge am 29. Mai beginnen um 11 Uhr und finden bis 15 Uhr jeweils zur halben Stunden statt. Der Eintritt ist frei, eine besondere Anmeldung ist nicht nötig.

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